Lexikon

Hier erklären wir einige Wörter, die wir oft brauchen, in Einfacher Sprache. Lexikon bedeutet hier also:
Ihr könnt immer wieder nach•schauen, was die Wörter meinen.


Hier findet ihr Erklärungen zu:


Disability

Disability heißt Behinderung auf Englisch.
Wir sprechen von Menschen mit Behinderung oder behinderten Menschen im Deutschen.
Behinderung ist kein böses Wort.
Behinderung ist unsere Selbst•bezeichnung.
Das heißt: Menschen mit Behinderung möchten,
dass andere sie so nennen.

Mad

Mad heißt wahn•sinnig oder verrückt auf Englisch.
Mad ist ein eigentlich negatives Wort für Menschen,
über die die Gesellschaft auch sagt:
Sie sind psychisch krank.
Immer mehr dieser Menschen sagen stolz über sich selber: Ich bin Mad.
Viele von ihnen sagen auch,
dass es eigentlich keine psychischen Erkrankungen gibt.
Denn Mad / verrückte Personen erleben viel Diskriminierung und Gewalt.
Mad Pride Demonstrationen gibt es vor allem in den USA und Kanada.
Das sind Länder in Nord•amerika.
Da gibt es schon länger verrückte Menschen, die für ihre Rechte kämpfen.
Im Deutschen sind wir noch nicht so weit, dass viele sagen:
Ich bin verrückt.

Pride

Pride heißt Stolz auf Englisch.
Wir sagen auf dieser Demonstration:
Wir sind behindert und stolz.
Das heißt nicht, dass wir immer alles an unseren Behinderungen toll finden. Aber wir sagen: Wir sind nicht das Problem.
Die Gesellschaft muss uns endlich akzeptieren.
Viele Demonstrationen von Menschen, die queer sind, heißen Pride.
Wir nennen unsere Demonstration auch Pride.

Der Juli ist der Disability Pride Monat.
Disability heißt Behinderung auf Englisch.
Der Juli ist ein Monat, in dem Menschen mit Behinderung besonders sicht•bar sind.

Die Disability Pride Flagge hat einen grauen Hintergrund und darauf 5 Streifen, die von schräg von oben links nach unten rechts verlaufen. Der graue Hintergrund ist in Gedenken an die Verstorbenen und vom System getöteten behinderten Menschen. Der grüne Streifen steht für Sinnesbehinderungen, der blaue für psychiatrische Behinderungen / Madness, der weiße für unsichtbar gemachte und undiagnostizierte Behinderungen, der gelbe für Neurodivergenz und Lernschwierigkeiten und der rote für körperliche Behinderungen.

Das ist die Disability Pride Fahne: auf grauem Hintergrund mit 5 schiefen Streifen in grün / türkis, blau, weiß, gelb und rot.
– grau: in Gedenken an die Verstorbenen und vom System getöteten behinderten Menschen
– grün: Sinnesbehinderungen
– blau: Psychiatrische Behinderungen / Madness
– weiß: Unsichtbar gemachte und undiagnostizierte Behinderungen
– gelb: Neurodivergenz und Lernschwierigkeiten
– rot: Körperliche Behinderungen

Es gibt noch andere Pride Fahnen für Gruppen, die Ableismus erleben. Wir zeigen Euch noch die Mad Pride, die Autistic Pride und die Deaf Pride Fahne.

Ihr seht hier die Mad Pride Fahne. Die hat Sarafin für die Toronto Mad Pride gestaltet. Es sind sechs Streifen, die abwechselnd dunkel•lila und hell•lila sind. Oben rechts ist noch ein Gesicht. Das Gesicht hat einen großen gelben Mund.
Quelle: Reale, Michael (19. April 2013). «The design I’m going to test drive for Mad Pride 2013 – I think!»Mad Pride Toronto Flag Campaign 

Ihr seht hier die Autistic Pride Fahne. Das ist eine Fahne von autistischen Menschen. Sie sagen: Wir sind autistisch und stolz. Die Fahne hat 5 Streifen: rot, orange, gelb, hell•grün und dunkel•grün. Der gelbe Streifen ist sehr breit. Auf dem Streifen ist eine liegende 8 zu sehen. Das ist das Zeichen für Un•Endlichkeit. Das Zeichen steht auch für Neurodivergenz und Autismus.

Ihr seht hier die Deaf Pride Fahne. Das ist eine Fahne von Tauben Menschen. Sie sagen: Wir sind Taub und stolz. Wir sprechen in Gebärden•Sprache und sind stolz darauf. Der Hintergrund ist dunkel•blau. Davor ist eine türkise Hand. Die Hand hat einen gelben Rand. Arnaud Balard hat die Fahne gestaltet.
Quelle: https://www.taubenschlag.de/2023/07/der-flaggenentwurf-von-arnaud-balard-ist-jetzt-die-offizielle-taube-flagge/

Crip

Crip heißt Krüppel auf Englisch.
Das waren negative Wörter für Menschen mit Behinderung.
Viele sagen heute stolz: Wir sind Crips oder Krüppel.


Diskriminierung

Diskriminierung heißt:
Menschen erleben Un•gerechtig•keit,
weil sie zu einer bestimmten Gruppe gehören.
Zum Beispiel weil sie queer, Schwarz oder behindert sind.
Sie haben Nachteile.
Sie bekommen zum Beispiel schwerer eine Wohnung.
Oder sie erleben mehr Gewalt.
Diskriminierung macht es Menschen oft in allen Bereichen im Leben schwerer.

Trauma

Menschen, die schlimme Sachen erleben, bekommen davon oft Traumata. 
Traumata ist die Mehr•Zahl von Trauma. 
Wir sagen auch: 
Die Menschen sind traumatisiert. 

Das kann heißen:

  • Sie können schlechter schlafen und haben schlechte Träume.
  • Sie haben viel Angst.
  • Sie erinnern sich plötzlich an die Situationen, die das Trauma ausgelöst haben. Sie spüren das, was sie in den Situationen gespürt haben. 

Diskriminierung führt oft zu Traumata.
Manchmal führt eine Situation alleine zu einem Trauma.
Oft sind es viele Situationen, die zusammen zu einem Trauma führen.


Ableismus

Menschen mit Behinderung erleben viel Diskriminierung.
Diese Diskriminierung heißt Able•ismus.

Aud•ismus

Taube Menschen und hörbehinderte Menschen erleben viel Diskriminierung. Diese Diskriminierung heißt Audismus.
Hören zu können, wir als ganz wichtig angesehen.
Wer nicht oder nur wenig hören kann, kann gar kein gutes Leben haben.
Das sagt Audismus.

Mental•ismus

Menschen,
– die psychisch krank sind
– über die die Gesellschaft sagt: Die sind psychisch krank.
– die schon in der Psychiatrie waren,
erleben viel Diskriminierung.
Diese Diskriminierung heißt Mentalismus.

Oft sprechen wir von Menschen mit Behinderung.
Wir zählen aber oft noch mehr Gruppen auf:
chronisch kranke
psychisch kranke
neuro•divergente
Taube Menschen.
Nicht alle chronisch kranken, psychisch kranken, neurodivergenten und oder Tauben Menschen sagen von sich:
Wir sind behindert.
Sie erleben alle Able•ismus.
Wir schreiben „und oder“,
weil manche Menschen zu mehreren dieser Gruppen gehören.
Sie sind zum Beispiel psychisch krank und Taub.
Oder neurodivergent und chronisch krank.
Wir schauen uns die Gruppen an:
– Menschen, die chronisch krank sind, haben eine Krankheit, die nie ganz weg geht.
– Menschen, die Taub sind, können nichts oder nur wenig hören.
– Menschen, die neuro•divergent sind, denken und fühlen anders. Sie nehmen die Welt anders wahr. Wir nennen einige Gruppen, die neuro•divergent sind:

  • Autistische Menschen
  • Menschen mit ADHS
    Menschen mit ADHS können Informationen nicht filtern. Sie können sich oft schlechter konzentrieren.
  • Menschen, die immer Probleme beim Lesen, Schreiben oder Rechnen haben
  • Menschen mit Lern•schwierigkeiten
  • Menschen mit manchen psychischen Erkrankungen, die nicht weggehen
Das ist die Neurodivergenz-Schleife: wie eine liegende 8, in Regenbogen-Farben. Die liegende 8 steht auch für Unendlichkeit.

Das ist die Neurodivergenz-Schleife: wie eine liegende 8, in Regenbogen-Farben. Die liegende 8 steht auch für Unendlichkeit.


Intersektional

Intersektional heißt „verschränkt“ oder „überlappend“.
Verschiedene Formen von Diskriminierung überlappen sich.
Viele Menschen erleben nicht nur eine,
sondern mehrere Formen von Diskriminierung.
Schwarze Frauen mit Behinderung erleben zum Beispiel Rass•ismus, Sex•ismus, Able•ismus und die Verschränkung aus Rass•ismus, Sex•ismus und Able•ismus.
Wir können also nicht einfach die einzelnen Formen zusammen rechnen. Formen von Diskriminierung sind miteinander verwoben.
Das Wort „intersektional“ kommt von Dr. Kimberlé Crenshaw.
Sie ist eine Schwarze Juristin aus den USA.
Sie kümmert sich also mit Gesetzen.


FLINTA*

= Frauen, Lesben, inter*, nichtbinäre, trans*, agender und andere Personen.
Das sind Menschen, die Diskriminierung wegen ihrem Geschlecht erleben. 


Queer

Die Gesellschaft sagt uns: 

  • Es gibt nur Männer und Frauen. 
  • Wir können bei der Geburt klar sagen, ob ein Mensch ein Junge oder ein Mädchen ist. 
  • Das Geschlecht, das wir bei der Geburt festlegen, ist das „richtige“. 
  • Männer lieben Frauen, Frauen lieben Männer. 
  • Männer haben gerne mit Frauen Sex. Frauen haben gerne mit Männern Sex.
  • Es können immer nur zwei Menschen eine Beziehung haben und sich lieben.
  • Alle Menschen möchten Sex haben. 
  • Alle Menschen verlieben sich.
  • Alle Menschen lieben.

Das stimmt nicht.

Bei queeren Menschen ist mindestens eins davon anders. Zum Beispiel sind

  • ihr Geschlecht
    – Menschen, die den Körper einer Frau haben, aber ein Mann sind. 
    – Menschen, die den Körper eines Mannes haben, aber eine Frau sind.
    – Menschen, die keine Frau und kein Mann sind. 
  • ihre sexuelle Identität
    – Zu wem fühlt sich ein Mensch hingezogen?
    – Zu Frauen, Männern, nicht•binären Menschen?
    – Oder ist es egal, welches Geschlecht ein Mensch hat?
    – Das kann zum Beispiel heißen: Mit wem möchte ein Mensch gerne Sex haben?
    – Das sind zum Beispiel Menschen, die keinen Sex haben möchten.
  • ihre romantische Identität
    – Zu wem fühlt sich ein Mensch romantisch hingezogen?
    – Mit wem möchte ein Mensch gerne eine romantische Beziehung haben? 
    – Das kann zum Beispiel heißen: Wen möchte ein Mensch gerne küssen? Mit wem möchte ein Mensch gerne Händchen halten?
    – Das sind zum Beispiel Frauen, die Frauen lieben.

    anders, als es die Gesellschaft gut findet. 
    Queer zu sein heißt, Strukturen zu durch•brechen.
    Nicht alle queeren Menschen möchten politisch sein.
    Viele wollen einfach in Ruhe leben.
    Alle queeren Menschen erleben viel Diskriminierung.
    Diese Diskriminierung heißt Queer•feindlichkeit. Wir sagen auch: LGBTQIANP+Feindlichkeit. 
    Die Buchstaben LGBTQIANP+ nennen wir, weil sich nicht alle Menschen als Queer sehen, die in die Gruppe „queer“ fallen. 
    Viele queere Menschen setzen sich politisch dafür ein,
    mehr Rechte zu bekommen.
    Sie machen zum Beispiel bei Demonstrationen mit.

Das sind zum Beispiel Frauen, die Frauen lieben. 
Oder Menschen, die keine Anziehung erleben. 
Oder Menschen, die keine Frau und kein Mann sind.


Geschlecht

Geschlecht heißt für verschiedene Menschen etwas anderes.
Leider sagen die meisten Menschen:
Das ist eine Frau. Das ist ein Mann.
Das ist ein Mädchen. Das ist ein Junge.
Menschen so zu sortieren, machen wir schon vor der Geburt von einem Kind.
Wir sagen:
Mädchen haben eine Vulva,
bekommen später ihre Tage und Brüste.
Jungen haben einen Penis und Hoden.
Das stimmt aber nicht.
Geschlecht ist sehr vielfältig.
Es ist egal, ob wir einen Penis oder eine Vulva haben.
Wenn wir eine Person sehen, können wir nicht wissen,
ob sie eine Frau, ein Mann oder nicht•binär ist.

Inter*

Manche Menschen passen schon bei Geburt
nicht in die starren Kategorien „Mädchen“ und „Junge“.
Sie haben zum Beispiel Hoden und eine Vulva.
Wir sprechen von inter* oder inter•geschlechtlichen Menschen.
Manche Menschen merken erst später, dass sie inter* sind.
Zum Beispiel, wenn sie als Jugendliche nicht ihre Tage bekommen.
Es gibt sehr viele Arten, inter•geschlechtlich zu sein.
Dafür steht das Sternchen * hinter dem inter*. Und es steht für die möglichen Endungen.

Trans*

Trans* Frauen sind Frauen, die andere Menschen bei der Geburt in die Kategorie „Junge“ einsortiert haben.
Trans* Männer sind Männer, die andere Menschen bei der Geburt in die Kategorie „Mädchen“ einsortiert haben.
Nicht•binäre und agender Menschen können auch sagen: Ich bin trans*. Sie passen nicht in die Kategorie, in die andere Menschen sie bei der Geburt einsortiert haben.
Es gibt auch Menschen, die kein Mann und keine Frau sind. Sie heißen nichtbinär.
Das Sternchen * steht für die möglichen Endungen. Es zeigt auch, dass trans* ein Spektrum ist.

Nichtbinär und agender

Es gibt Menschen, die kein Mann und keine Frau sind. Das sind sie nie, nicht immer oder nicht ganz. Sie heißen nicht•binär und / oder agender.
Agender heißt kein Geschlecht haben.
Viele nicht•binäre und agender Menschen sagen: Ich bin nicht•binär und trans*. Aber nicht alle. Andere Menschen akzepieren das Geschlecht von trans*, nicht•binären und agender Personen oft nicht.


Sexuelle Orientierung

Die sexuelle Orientierung sagt aus, zu welchen Menschen wir sexuelle Anziehung erleben. Also zu welchen Personen wir uns sexuell hingezogen fühlen. Das kann zum Beispiel heißen, mit welchen Menschen wir gerne Sex haben. Nicht alle Menschen haben nur Sex mit Menschen, mit denen sie gerne Sex haben.
Manche lesbischen Menschen haben Sex mit Männern.
Manche Menschen, die nicht gerne Sex mit anderen Menschen haben, haben trotzdem Sex.
Ich spreche hier nicht von Gewalt, sondern von Sex, dem alle zustimmen.
Für viele Menschen ist es wichtig, welches Geschlecht ein Mensch hat, mit dem sie Sex haben.

  • Hetero•sexuell:
    Männer, die sexuell von Frauen angezogen werden. Das sind zum Beispiel Männer, die gerne Sex mit Frauen haben.
    Frauen, die sexuell von Männern angezogen werden. Das sind zum Beispiel Frauen, die gerne Sex mit Männern haben.
  • Schwul:
    Männer und nicht•binäre Menschen, die sexuell von Männern angezogen werden. Das sind zum Beispiel Männer und nicht•binäre Menschen, die gerne Sex mit Männern haben.
  • Lesbisch:
    Frauen und nicht•binäre Menschen, die sexuell von Frauen angezogen werden. Das sind zum Beispiel Frauen und nicht•binäre Menschen, die gerne Sex mit Frauen haben.
  • Bi•sexuell:
    Bi•sexuelle Menschen fühlen sich zu mehr als einem Geschlecht sexuell hingezogen. Das kann zum Beispiel heißen: Bi•sexuelle Menschen haben gerne Sex mit Menschen von mehr als einem Geschlecht.
    Sie haben zum Beispiel gerne Sex mit Frauen und Männern. Oder mit Frauen, nicht•binären Menschen und Männern.
  • Pan•sexuell:
    Pan•sexuellen Menschen ist es egal, welches Geschlecht ein Mensch hat. Sie fühlen sich sexuell zu anderen hingezogen, egal welches Geschlecht die Personen haben.
    Das kann zum Beispiel heißen: Ob sie gerne Sex mit einem Menschen haben möchten oder nicht, liegt nicht an deren Geschlecht.
  • A•sexuell:
    Asexuelle erleben sexuelle Anziehung anders, nur unter bestimmten Bedingungen, nicht immer oder nicht. Das kann zum Beispiel heißen:
    – Sie fühlen sich zu keiner Person sexuell hingezogen.
    – Sie haben nicht das Bedürfnis mit anderen Sex zu haben.
    – Oder sie haben das Bedürfnis nur, wenn sie einen Menschen sehr gut kennen.
    – Manche möchten keinen oder weniger Sex haben. Andere mögen Sex. Manche möchten oft Sex haben.
    – Oft ist a•sexuellen Menschen Sex mit anderen einfach nicht so wichtig.
    A•sexuelle Menschen sind nicht automatisch a•romantisch.

Romantische Orientierung

Die romantische Identität sagt aus, zu welchen Menschen wir romantische Anziehung erleben. Also zu welchen Personen wir uns romantisch hingezogen fühlen. Das kann zum Beispiel heißen: Mit wem möchten wir gerne romantische Beziehungen haben? Was ist eine romantische Beziehung?
Das ist für alle Menschen unterschiedlich.
– Einen Menschen sehr lieben und ihm vertrauen
– Küssen und Händchen halten
Das kann zu einer romantischen Beziehung gehören.
Viele Menschen haben auch mit den Menschen, mit denen sie eine romantische Beziehungen haben, Sex.
Das muss aber nicht so sein.

  • Hetero•romantisch:
    Männer, die romantisch von Frauen angezogen werden. Das sind zum Beispiel Männer, die gerne eine Beziehung mit Frauen haben.
    Frauen, die romantisch von Männern angezogen werden. Das sind zum Beispiel Frauen, die gerne eine Beziehung mit Männern haben.
  • Schwul:
    Männer und nicht•binäre Menschen, die romantisch von Männern angezogen werden. Das sind zum Beispiel Männer und nicht•binäre Menschen, die gerne eine Beziehung mit Männern haben.
  • Lesbisch:
    Frauen und nicht•binäre Menschen, die romantisch von Frauen angezogen werden. Das sind zum Beispiel Frauen und nicht•binäre Menschen, die gerne eine Beziehung mit Frauen haben.
  • Bi•romantisch:
    Bi•romantische Menschen fühlen sich zu mehr als einem Geschlecht romantisch hingezogen. Das kann zum Beispiel heißen: Bi•romantische Menschen haben gerne eine Beziehung mit Menschen von mehr als einem Geschlecht.
    Sie haben zum Beispiel gerne eine Beziehung mit Frauen und Männern. Oder mit Frauen, nicht•binären Menschen und Männern.
  • Pan•romantisch:
    Pan•romantischen Menschen ist es egal, welches Geschlecht ein Mensch hat. Sie fühlen sich romantisch zu anderen hingezogen, egal welches Geschlecht die Personen haben.
    Das kann zum Beispiel heißen: Ob sie gerne eine Beziehung mit einem Menschen haben möchten oder nicht, liegt nicht an deren Geschlecht.
  • A•romantisch:
    Aromantische Menschen erleben romantische Anziehung anders, nur unter bestimmten Bedingungen, nicht immer oder nicht. Das kann zum Beispiel heißen:
    – Sie fühlen sich zu keiner Person romantisch hingezogen.
    – Sie haben nicht das Bedürfnis nach romantischen Beziehungen. Zu romantischen Beziehungen kann zum Beispiel Küssen oder Händchen halten gehören.
    – Oder sie haben das Bedürfnis nur, wenn sie einen Menschen sehr gut kennen.
    – Manche möchten keinen oder weniger Sex haben. Andere mögen Sex. Manche möchten oft Sex haben.
    – Oft sind a•romantischen Menschen romantische Beziehungen einfach nicht so wichtig.
    – Es gibt so viele Arten von Beziehungen. Zu unserer Familie, zu Freund* innen, zu Partner*innen. Die Grenzen verschwimmen /Redewendung.
    – Nicht alle Menschen Lieben.
    – Aromantische Menschen müssen nicht auf „die große Liebe“ warten.

Es gibt noch weitere Identitäten.
Zum Beispiel gibt es auf dem A*-spec viele Identitäten. A*-spec oder a*spec steht für A*-Spektrum. Dazu gehören asexuell und aromantisch. Dazu gehören zum Beispiel auch aplatonisch, asensuell und anästhetisch.
Die Gesellschaft sagt, alle Menschen erleben alle Anziehungen auf eine bestimmte Weise. Das ist falsch. A*-spec Menschen erleben mindestens eine Anziehung
– anders
– nur unter bestimmten Bedingungen
– nicht immer
– nicht
Manche sagen, zum a*-spec gehören auch Agender und Autismus.
Das Sternchen * steht für das Spektrum und für die möglichen Endungen.

Die romantische und sexuelle Identität und das Geschlecht
sind Teil der Persönlich•keit.


Queer Sein

Queer zu sein, heißt für alle Menschen etwas anderes.
Manche sagen auch:
Ich bin bi•sexuell, trans* oder a•romantisch.
Manche sagen auch:
Der Begriff beschreibt mich, aber ich bin nicht queer.
Andere sagen einfach nur:
Ich bin queer.


Rassismus

Rassismus ist die Diskriminierung von Menschen, die nicht weiß sind. 
Wir nennen diese Menschen auch: Menschen of Color. 
Auf Englisch heißt das: People of Color.
Dazu zählen

  • Schwarze Menschen
  • indigene Menschen
  • Roma
  • Menschen, die aus Asien kommen
  • Menschen, deren Eltern oder Groß•Eltern aus Asien kommen.

    Bei Rassismus geht es nicht nur um die Hautfarbe. Es geht auch um 
  • Wie sind die Haare?
  • Welche Form haben die Augen?
    Und viele andere Merkmale

Europäer*innen haben vor einigen Jahrhunderten angefangen,
Menschen in so genannte Rassen einzuteilen.
Sie sagen:
Die weiße „Rasse“ ist die Beste.
Alle anderen „Rassen“ sind schlechter.
Also müssen weiße Menschen die Welt kontrollieren.
Das haben sie über viele Jahr•hunderte auch versucht.
Kolonialismus
Weiße Europäer*innen haben Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt unterdrückt.
Sie haben sehr viele Menschen of Color getötet.
Sie haben sehr viele Menschen of Color versklavt.
Sie haben sehr viele Kulturen ausgelöscht.
Bis heute spüren Länder, die europäische Kolonien waren, die Nachteile davon.
Die meisten dieser Länder gehören zum „Globalen Süden„.
Die Ressourcen dieser Länder nützen vor allem reichen, privilegierten Ländern.
Diese Länder nennen wir „Globaler Norden„.
Zum Globalen Süden gehören vor allem Länder aus Afrika, Süd•amerika, Mittel•amerika und Asien.
Zum Globalen Norden gehören vor allem die USA, Kanada und Länder aus Europa.

Es gibt keine Rassen bei Menschen.
Aber Menschen erleben bis heute Diskriminierung,
weil sie in einer angeblich schlechteren Rasse sind.
Diese Diskriminierung heißt Rassismus.
Europäer*innen haben vor einigen Jahrhunderten angefangen,
Menschen in so genannte Rassen einzuteilen.
Sie sagen:
Die weiße „Rasse“ ist die Beste.
Alle anderen „Rassen“ sind schlechter.
Also müssen weiße Menschen die Welt kontrollieren.
Das haben sie über viele Jahr•hunderte auch versucht.
Kolonialismus
Weiße Europäer*innen haben Menschen und Kulturen auf der ganzen Welt unterdrückt.
Sie haben sehr viele Menschen of Color getötet.
Sie haben sehr viele Menschen of Color versklavt.
Sie haben sehr viele Kulturen ausgelöscht.
Bis heute spüren Länder, die europäische Kolonien waren, die Nachteile davon.
Die meisten dieser Länder gehören zum „Globalen Süden„.
Die Ressourcen dieser Länder nützen vor allem reichen, privilegierten Ländern.
Zum Globalen Süden gehören vor allem Länder aus Afrika, Süd•amerika, Mittel•amerika und Asien.


Es gibt keine Rassen bei Menschen.
Aber Menschen erleben bis heute Diskriminierung,
weil sie in einer angeblich schlechteren Rasse sind.
Diese Diskriminierung heißt Rassismus.

Anti-rassistisch heißt, gegen Rassismus zu kämpfen. 
Wir sagen: Es gibt Rassismus. 
Wir wollen nicht rassistisch sein.
Wir wollen, dass es gar keinen Rassismus mehr gibt. Das ist unser Ziel. 

Antisemit•ismus

Jüdische Menschen erleben viel Diskriminierung.
Diese Diskriminierung heißt Anti•semitismus.

Klass•ismus

Klassismus ist die Diskriminierung von Menschen, die
arm sind
– keine Wohnung haben
Wir sagen auch:
Die Menschen sind wohnungs•los.
Manche schlafen auf der Straße.
Andere schlafen bei Bekannten oder Freund*innen.
Um nicht auf der Straße zu landen,
bleiben viele bei Menschen, die ihnen weh tun.
– keine Arbeit haben, für die sie Geld bekommen.
Wir sagen auch:
Die Menschen sind erwerbs•los.
Sie arbeiten oft – zum Beispiel kümmern sie sich um Kinder oder ältere Menschen.
Arbeiter*innen sind.
Oft heißen alle Menschen ohne Klassenprivilegien Arbeiter*innen.
Ein Klassenprivileg haben vor allem reiche Menschen.

Wir sagen auch:
Klassismus ist die Diskriminierung aufgrund von sozialer Klasse und sozialer Herkunft. 
Dafür ist auch wichtig:
– Wie ist ein Mensch aufgewachsen? 
– Auf welcher Schule war ein Mensch?
– Hat ein Mensch einen Schul•Abschluss?

Dick_fett•Feindlichkeit

Dicke Menschen erleben viel Diskriminierung.
Diese Diskriminierung heißt Dick_Fett•Feindlichkeit.

Ihr könnt verschiedene Wörter für Menschen nutzen, die dick sind:
– dick
– fett
– dick_fett
Wir kennen diese Wörter nur als negative Wörter.

Dicke Menschen sagen:
Wir erleben sehr viel Diskriminierung wegen unserem Gewicht.
Wir erleben Diskriminierung, weil andere über uns denken:
Die sind dick.
Die müssen krank sein.
Die müssen abnehmen.
Die müssen eine Diät machen.
Das ist alles Diskriminierung.

Ob ein Mensch gesund oder krank ist,
hängt nicht mit dem Gewicht zusammen.
Es gibt so viele Gründe,
warum ein Mensch krank ist.
Wenn dicke Menschen krank sind,
sagen alle:
Natürlich sind die krank.
Die sind ja dick.
Dicke Menschen bekommen zu wenig medizinische Versorgung.
Ärzt*innen nehmen sie nicht ernst.
Auch bei schweren Krankheiten sagen Ärzt*innen:
Sie müssen nur abnehmen.
Dann geht es Ihnen wieder gut.
Das führt dazu, dass viele dicke Menschen sterben.

Wir sollten keinem Menschen sagen:
Du musst eine Diät machen.
Eine Diät bedeutet:
Menschen essen weniger.
Menschen essen nur bestimmte Sachen.
Menschen möchten Gewicht verlieren.
Eine Diät schadet.
Eine Diät kann zu einer Ess•störung werden.
Eine Diät ist oft für den Körper gefährlich.