Ein Foto von Koi. Koi sitzt auf einem blauen Sessel neben einem Plüsch-Hai. Koi hat kurze blaue Haare und schwarze Klamotten. Koi ließt aus einem Buch vor.
Am 5. und 6. September war die AktivstA-Konferenz. Koi war da. Koi hat aus dem Buch gelesen: Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir! In dem Buch geht es auch um A*-Spektren. Es gibt zum Beispiel ein Interview zu dem Thema. Daraus hat Koi vorgelesen. Und noch andere Texte. Wir haben zu dem Buch ganz viele Infos auf unserer Website. Das findet ihr hier: https://disability-pride-bonn.de/behindert-und-verrueckt-jetzt-reden-wir
Die AktivistA-Konferenz ist ein Treffen. Das geht über 2 Tage. Das ist immer an einem Wochenende. Das findet schon seit vielen Jahren statt. Bei der Konferenz reden Personen über das asexuelle Spektrum. Und über andere A*-Spektren. Manche Leute halten Vorträge. Andere zeigen ihre Kunst. Das ist jedes Jahr anders.
Asexuelle Personen erleben sexuelle Anziehung anders, nur unter bestimmten Bedingungen, nicht immer oder nicht. Das kann zum Beispiel heißen: – Sie fühlen sich zu keiner Person sexuell hingezogen. – Sie haben nicht das Bedürfnis mit anderen Sex zu haben. – Oder sie haben das Bedürfnis nur, wenn sie einen Menschen sehr gut kennen. – Manche möchten keinen oder weniger Sex haben. Andere mögen Sex. Manche möchten oft Sex haben. – Oft ist a•sexuellen Menschen Sex mit anderen einfach nicht so wichtig. A•sexuelle Menschen sind nicht automatisch a•romantisch.
A*-spec oder a*spec steht für: A*-Spektrum. Es gibt verschiedene A*-Spektren. Leute sagen dazu auch: Anattractional Spectrum. Das ist Englisch. Ihr könnt es so aussprechen: an-ätträk-tschonel spektrüm. Auf Deutsch heißt das: Anziehungsloses Spektrum.
Sie erleben Anziehung anders als die Gesellschaft „normal“ nennt.
A*spec Personen erleben eine, mehrere oder alle Anziehungen – anders – nur unter bestimmten Bedingungen – nicht immer – gar nicht
Personen auf A*-Spektren werden auch so genannt: a*specs.
Spec steht für Spektrum. Spektren ist die Mehr-zahl von Spektrum. Spektrum heißt: Es gibt ganz viele verschiedene Arten, a*spec zu sein. A*spec Personen sind alle unterschiedlich.
A*spec Personen erleben viel Diskriminierung. Diese Diskriminierung heißt: A*spec-feindlichkeit.
Zusammen mit Fridays for Future haben wir am 4. September 2026 eine Demo gemacht: Demo für eine gerechte und solidarische Gesundheitsversorgung. Ganz herzlichen Dank an alle, die da waren, und auch an die Redner*innen! Leider mussten wir den Demo-Zug Regen-bedingt am Frankenbadplatz abbrechen. Aber wir haben trotzdem ein wichtiges Zeichen gesetzt (Redewendung)
Hier kommt die Rede, die Barbara und Lee für uns gehalten haben.
Wir sehen Lee und Barbara sowie die Dolmetscherin auf der kleinen Bühne. Barbara, stehend, mit Brille und langen Haaren, spricht gerade ins Mikrofon. Lee, mit Warnweste und im Rollstuhl, schaut auf deren Zettel. Die Dolmetscherin hat lange blonde Haare, ist schwarz gekleidet und dolmetscht in Deutsche Gebärdensprache. Die Bühne steht auf dem Münsterplatz in Bonn.
Einfache Sprache
Hallo!
Wir sind Barbara und Lee.
Wenn Ihr über Barbara sprecht, könnt Ihr auch sagen: sie.
Wenn ihr über Lee sprecht, könnt Ihr auch sagen: dey.
Wir sind bei Disability und Mad Pride Bonn.
Wir kämpfen für die Rechte von behinderten Menschen.
Wir sprechen erst in Einfacher Sprache, dann in Schwerer Sprache.
Es soll eine Reform geben in Deutschland.
Die gesetzliche Krankenversicherung soll verändert werden.
Gesundheit soll dadurch für viele Menschen teurer werden.
Die Krankenkassen zahlen nicht alles.
Die meisten Menschen müssen Geld dazu zahlen, wenn sie Medikamente in der Apotheke bekommen.
Oder wenn sie im Krankenhaus sind.
Bald sollen sie noch mehr Geld dazu zahlen!
Für arme Menschen ist das ein Problem.
Ein Beispiel:
Ein Mensch ist 28 Tage im Krankenhaus.
Heute muss der Mensch 280 Euro selbst bezahlen.
In Zukunft soll der Mensch 420 Euro bezahlen.
Für Menschen mit wenig Geld ist das sehr schwer.
Was sich auch ändern soll:
Heute muss die Krankenkasse vorher sagen, wenn sie die Beiträge erhöht.
Also wenn die Mitglieder mehr Geld zahlen müssen.
Die Krankenkasse muss das bald nicht mehr per Brief vorher sagen.
Viele werden also nicht mitbekommen, dass sie mehr Geld zahlen müssen.
Sie können dann nichts mehr dagegen machen.
Sie können nicht mehr rechtzeitig die Krankenkasse wechseln.
Es wird also vieles teurer.
Und gleichzeitig gibt es weniger Hilfe.
Ein wichtiges Wort ist „Budgetierung“.
Budgetierung bedeutet:
Es gibt nur eine bestimmte Menge Geld.
Wenn dieses Geld aufgebraucht ist, gibt es kein weiteres Geld mehr für bestimmte Leistungen.
Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen sollen weniger zusätzliches Geld bekommen.
Mehrarbeit soll nicht mehr bezahlt werden.
Das heißt: Es gibt bald noch weniger Therapieplätze.
Manche Menschen brauchen viel Unterstützung.
Zum Beispiel, weil sie schwere psychische Erkrankungen haben.
Dadurch kann mehr Arbeit entstehen.
Dafür bekommen Therapeut*innen dann aber kein Geld mehr.
Die Menschen bekommen dann noch weniger Hilfe.
Es ist schlimm, so lange auf Therapie zu warten.
Schon heute warten Menschen Monate oder Jahre lang
Manche sterben in der Zeit, bevor sie Hilfe bekommen.
Viele töten sich in der Zeit selbst, weil sie es nicht mehr aushalten.
Weil sie keine Hilfe bekommen haben.
Viele Therapeut*innen werden nur noch Menschen behandeln, die privat versichert sind. Oder Menschen, die die Behandlung selbst bezahlen können.
Menschen, die gesetzlich versichert sind, bekommen noch schwerer einen Therapieplatz.
Das wird passieren, wenn die Reform so umgesetzt wird.
Das ist nicht gerecht.
Psychotherapie ist nicht die Lösung für alle Probleme.
Auch Psychotherapeut*innen können Menschen schlecht behandeln.
Sie können Menschen diskriminieren.
Aber mehr Zwang und mehr Überwachung helfen nicht.
Ein Gesetz in Nordrhein-Westfalen soll geändert werden.
Das Psychisch-Kranken-Gesetz.
Da steht drin:
Es soll leichter werden, Zwangsmaßnahmen anzuwenden.
Zwangsmaßnahmen sind Maßnahmen gegen den Willen eines Menschen.
Ein Beispiel für eine Zwangsmaßnahme ist Fixieren: Menschen werden so festgebunden, dass sie sich nicht mehr bewegen können.
Es soll auch leichter werden, Menschen gegen ihren Willen in eine Psychiatrie zu bringen.
Das heißt: Zwangseinweisung.
Zwangsmaßnahmen sind oft sehr schlimm für die Menschen.
Sie haben oft noch lange Probleme wegen der Zwangsmaßnahmen.
Carsten Linnemann ist ein Politiker in der Partei CDU.
Heute ist er der Gesundheitsminister von Deutschland.
Er möchte ein Register von psychisch kranken Menschen.
Ein Register ist eine Liste.
Da stehen Informationen über Menschen drin.
Carsten Linnemann und viele andere Menschen sagen:
Psychisch kranke Menschen sind gefährlich.
Sie sind oft gewalttätig.
Das heißt:
Psychisch kranke Menschen müssen jetzt in Krisen mit harten Maßnahmen rechnen.
Gleichzeitig bekommen sie aber oft nicht die Hilfe, die sie brauchen. Und weil es jetzt noch weniger Geld geben soll, bekommen sie bald noch weniger Hilfe!
Wir fragen:
Wo ist das gerecht?
Und es soll sich noch mehr ändern:
Die Menschen, die in Krankenhäusern und Praxen arbeiten, sollen weniger Geld bekommen.
Das betrifft zum Beispiel:
– Pflegekräfte in Kliniken
– Pflegekräfte, die Menschen in ihrem Zuhause pflegen
– Assistent*innen von behinderten Menschen
Manche Menschen brauchen ständig eine Maschine zum Atmen.
Diese Menschen sind beatmungspflichtig.
Manche dieser Menschen leben heute außerhalb eines Pflegeheims.
Sie bekommen dort Unterstützung durch Pflegekräfte und Assistent*innen.
Diese Menschen haben Sorgen.
Weil die Pflegekräfte und Assistent*innen vielleicht nicht mehr genug Geld bekommen.
Und sie dann nicht weiter versorgen.
Dann müssen diese Menschen in ein Heim ziehen.
Es soll auch eine Pflegereform geben.
Es soll schwerer werden, einen Pflegegrad von 1 bis 3 zu bekommen.
Ein Pflegegrad hilft, Hilfe zu bekommen.
Pflegegrad 1 ist für Menschen, die ein bisschen Hilfe brauchen.
Je höher der Pflegegrad ist, desto mehr Hilfe brauchen Menschen.
Schon heute ist es für viele Menschen schwer, einen Pflegegrad zu bekommen.
Sie bekommen nicht die Unterstützung, die sie brauchen.
Der Entlastungsbetrag ist Geld für bestimmte Unterstützung im Alltag.
Wenn dieser Betrag kleiner wird, können Menschen weniger Hilfe bekommen.
Das ist besonders für arme Menschen mit Pflegebedarf schlimm.
Viele Krankenhäuser müssen vielleicht schließen wegen der Reform.
Weil sie nicht mehr genug Geld bekommen.
Weil die Krankenkassen dann nicht mehr genug Geld geben, um die Fachkräfte zu bezahlen.
Wir finden:
Diese ganze Scheiß-Reform ist nicht fair.
Die gesetzlichen Krankenkassen haben zu wenig Geld.
Das Geld soll von den Menschen kommen, die die Beiträge an die Krankenkassen zahlen.
Wir finden:
Es braucht große Veränderungen.
Zum Beispiel beim System der Krankenkassen.
Heute ist es so:
Manche Menschen sind gesetzlich versichert, manche sind privat versichert.
Für sie gelten verschiedene Regeln.
Sie werden unterschiedlich behandelt.
Die Menschen, die privat versichert sind, werden besser behandelt.
Das muss sich ändern.
Aber das ändert die Reform nicht.
In der Reform stehen stattdessen neue Regeln, die schlimm sind für Menschen, die heute schon viele Nachteile haben.
Für marginalisierte Menschen.
Wir müssen etwas machen gegen die Reform!
Weil es dabei um unsere Leben geht!
Schwere Sprache:
Hallo!
Wir sind Barbara (Pronomina sie | ihr) und Lee (Pronomen dey | deren) von der Disability und Mad Pride Bonn. Reform der gesetzlichen Krankenversicherung? Jo, davon haben wir gehört, vieles soll sich ändern.
Gesundheit wird noch teurer und damit zum Luxusgut. Die gesetzlichen Zuzahlungen, z. B. zu Medikamenten in der Apotheke und zu Krankenhausaufenthalten, steigen um 50%. Solche Erhöhungen treffen nicht alle gleich. Ein Mensch, der 28 Tage im Krankenhaus liegt, muss in Zukunft 420 € statt 280 € zuzahlen. Hat ein Mensch wenig Geld, ist aber nicht von der Zuzahlung befreit, kann ihn das wirklich in Not bringen!
Der Sonderkündigungsschutz bei gesetzlichen Krankenkassen wird heimlich, still und leise ausgehebelt. So müssen Krankenkassen nicht mehr per Brief über Erhöhungen des Zusatzbeitrages informieren. Wenn Menschen das dann nicht mitbekommen und nicht rechtzeitig kündigen: Tja, Pech gehabt! (Sarkasmus).
Gleichzeitig fallen viele wichtige Leistungen weg. Das Wort der Stunde ist hier „Budgetierung“.
Extra-Vergütungen der Praxen, die sich über den „Dienst nach Vorschrift“ hinaus mehr für ihre Patient*innen engagieren, fallen weg. Insbesondere im kinderärztlichen und psychotherapeutischen Bereich erwarten uns hier deutliche Verschlechterungen. Mehrarbeit wird nicht mehr bezahlt. Insbesondere die Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen – wo eben oft ein Mehraufwand notwendig ist – wird leiden! Monate bis Jahre lang auf einen Therapieplatz warten zu müssen, kann Leben kosten! Psychische Erkrankungen werden sich dadurch noch öfter chronisch werden und verschlimmern, während Betroffene auf einen Therapieplatz warten oder die Suche aufgegeben haben. Noch mehr Psychotherapeut*innen werden nur noch Privatpatient*innen und Selbstzahler*innen aufnehmen und gesetzlich Versicherte nicht einmal mehr auf die Warteliste setzen. Die Krankenkassenreform fördert also die Zwei-Klassen-/ Mehr-Klassen-Medizin in Deutschland. Wieder andere psychotherapeutische Praxen werden schließen – die Versorgung wird also schlechter, was insbesondere in bereits unterversorgten Regionen dramatisch ist!
Wir sagen an der Stelle durchaus: Psychotherapie ist nicht das Allheilmittel. Psychotherapeut*innen reproduzieren oft Diskriminierung. Was aber ganz eindeutig schadet: noch mehr Zwang und Überwachung. Genau das ist aber geplant mit dem neuen Psychisch-Kranken-Gesetz, das auch in NRW kommen soll. Damit sinkt die Schwelle für Zwangsmaßnahmen und Zwangseinweisungen, die hochgradig traumatisierend sein können und den Überlebenden oft noch lange danach das Leben schwer machen. Die Polizei soll schneller eingeschaltet werden können, wenn Menschen aus der Psychiatrie entlassen werden sollen.
Der damalige CDU-Generalsekretär und heutige Gesundheitsminister Carsten Linnemann forderte darüber hinaus ein Register für psychisch kranke Menschen. Psychisch kranke Menschen werden pauschal wie Gewalttäter*innen behandelt, sie müssen mit harten Maßnahmen in Krisen rechnen und bekommen keine adäquate Hilfe. Wo soll das gerecht sein – vor allem vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig Hilfen und Unterstützungsleistungen massiv abgebaut werden?
Die Krankenkassen sollen nicht mehr unbedingt inflationsausgleichende Löhne für Gesundheitsfachkräfte zahlen. Das trifft auch ambulante Pflegekräfte und Assistent*innen. Insbesondere beatmungspflichtige Menschen, die heute außerklinisch betreut werden, fürchten, ins Heim umziehen zu müssen, wenn die Pflegepersonen nicht mehr bezahlt werden können. Thema Pflege: Eine Pflegereform steht auch auf dem Plan. So soll es schwerer werden, Pflegegrad 1-3 zu bekommen. Dabei ist es schon heute oftmals schwer, einen Pflegegrad und damit einhergehende Hilfe zu bekommen. Gekürzt wird auch beim Entlastungsbetrag, alles mit großen Folgen für arme Menschen mit Pflegebedarf.
Gleichzeitig warnen Bundesländer und Kommunen vor massivem Krankenhaussterben, wenn die gestiegenen Tariflöhne für das Klinikpersonal nicht mehr vollständig erstattet werden.
Diese ganze Scheiß-Reform ist nicht fair. Die gesetzlichen Krankenkassen sind im Minus, und der Bund kürzt den Steuerzuschuss. Kosten werden an Beitragszahlende abgewälzt. Tiefgreifende Reformen sind nötig – zum Beispiel die Überwindung des Zwei-Kassen-Systems. Stattdessen werden Reformen zu Lasten marginalisierter Menschen ausgetragen.
Es geht um unsere Leben! Aber unserer lieben Bundesregierung in Berlin geht es vor allem ums Geld!
English:
Hello!
We are Barbara (pronouns she/her) and Lee (pronouns they/them) and we are activists from Disability and Mad Pride Bonn.
The health care reform? Yes, we’ve heard of it, a lot is going to change. Health will become even more expensive and therefore a luxury good. The additional payments for medications and hospital stays are going to be increased by 50%. This increase is not going to affect everyone in the same way. A person who stays in the hospital for 28 days is will have to pay 420€ instead of 280 € by themselves. If a person does not have a lot of money, but is not exempt of the additional payment, this may be unpayable.
The so called „Sonderkündigungsschutz“ is secretly going to be abolished. This means that health insurances do not have to send their customers a letter informing them about contribution increases. So what happens to people who do not notice the changes and fail to terminate their insurance on time? Well, rough luck I guess. (sarcasm)
At the same time, a lot of important benefits will be cancelled, all in the name of „budgeting“. Additional financing for doctor’s offices offering more for their patients than just „work to rule“ will be cut. Especially in pediatricy and psychotherapy this will lead to a deterioration of healthcare. Additional work will not be paid anymore. Especially the treatment of people with severe mental illnesses is going to suffer. But having to wait months, or even years, for a therapy appointment can mean death. Mental illnesses can severly worsen or become chronic while affected people have to wait for a therapy slot or even give up their search. More therapists are only going to accept people on a private insurance plan and people who pay for the treatment by themselves. Hence, the health insurance reform is going to reinforce the two-tier health system in Germany. Other therapy offices are going to be forced to shut down, which will dramatically worsen the healthcare supply, especially in already under-supplied areas.
We want to emphasize that psychotherapy is not a cure-all. Therapists might reproduce discrimination and sometimes do more harm than good. But what definitely harms is amplifying coercion and surveillance. But the new „Psychisch-Kranken-Gesetz“, which is planned in North Rhine-Westfalia among others, means exactly that. It means lowering the threshold for coercive measures and compulsory hospitalizations, which are often highly traumatizing and makes the survivors’ lives difficult for a long time. Moreover, the police is going to get involved more easily if people are about to be released from psychiatric hospitals.
Furthermore, CDU secretary general Carsten Linnemann, who is now health minister of Germany, demanded a registry for mentally ill people. He wants them to be preemptively treated as criminal offenders. Mentally ill people will receive bad treatments during a crisis and will not get appropriate help. At the same time, aids and benefits will be severely cut. This is injustice.
Moreover, in the future, health insurances do not need to pay inflationary adjustments to health professionals. This will especially effect home nurses and assistant doctors. People who require ventilator support will be forced to move to a nursing home when their assistants cannot be paid anymore. Speaking about care, a care reform was also adopted. In particular, it will become a lot harder to receive a level of care. But that is already very hard! Moreover, finance cutting will also happen on the support allowance, entailing devastating consequences for poor people in need of care.
At the same time, federal states and municipalities are warning of a wave of hospital closures due to the class-rates of medical personnel exceeding hospital finances.
This whole shitty reform isn’t fair. The statutory health insurances are in debt, and the government cuts off funding. Costs get passed on to assured people. Profound reforms are needed– for example, abolishing the two-tier healthcare. Instead, an unfair reform is enforced at the expense of marginalized people.
This is about our lives! But for our dear politicians in Berlin, this only seems to be about money.
Josy, Matthias, Florian und Lee waren für uns beim Altstadtfest am Frankenbadplatz dabei. Wir haben mit Menschen über Behinderung, Ableismus und Barrierefreiheit gesprochen, ein Buch und viele Sticker verkauft und hatten gegenüber vom Waffelstand eine gute Zeit.
Bildbeschreibung: Wir sehen den Stand auf dem Frankenbadplatz. Ein länglicher Tisch, auf dem eine CIMND* Pride Fahne (so als Tischdecke) und zudem Flyer, Bücher und Sticker liegen. Hinter dem Tisch sitzen Matthias (mit Bart und Brille und rotem T-Shirt im Rollstuhl), Josy (mit längeren blonden Haaren, Tattoos auf dem Arm, auch mit Rollstuhl), Lee (mit kurzen braunen Haaren, Narben im Gesicht, Kopfhörern um den Nacken und Rollstuhl) und Florian (mit Locken und blauem T-Shirt). Daneben stehen weitere Stände und Aufsteller (neben Matthias z.B. vom Lighthouse Bonn). Im Hintergrund ist ein Spielplatz.
Es soll Rikschas für unseren Demo-Zug am 11. Juli 2026 geben. Es ist gut, wenn wir schon vorher wissen, wer sich vielleicht in eine Rikscha setzen möchte. Das ist dann aber nicht verbindlich. Also ihr könnt auch spontan sagen, dass ihr eine Rikscha braucht. Oder nicht mit der Rikscha fahren, obwohl ihr vorher gesagt habt, dass ihr das braucht. Und natürlich wissen wir, dass viele von euch nicht sicher sagen können, ob sie im Juli dabei sind. Es hilft uns aber sehr für die Planung, wenn wir schon Rückmeldungen bekommen. Wenn Menschen uns also schon sagen: Ich möchte vermutlich in einer Rikscha mitfahren. Der Demo-Zug ist am Ende der Veranstaltung.
Bildbeschreibung
Der Hintergrund ist grün-blau-türkis. Oben steht ein großes braunes Schild: Disability und Mad Pride Bonn 2026
Darunter steht: Wann? 11. Juli 2026
Es gibt auch wieder einen Demozug durch Bonn. Das heißt: Wir gehen, humpeln, rollen… vom Frankenbadplatz zum Markt.
Braucht ihr eine Rikscha? Dann schreibt uns das gerne. Wir organisieren das dann.
Daneben ist ein Bild von einem Menschen zu sehen, der eine orange-gelbe Rikscha fährt (mit 3 Rädern, wo sich Menschen reinsetzen können)
Am 07.12.2025 hat die Anti Ableistische Aktion Ruhr eine Kundgebung gemacht. Das war in Essen. Die Kundgebung war zum internationalen Tag der Behinderung. Dafür hat Koi eine Rede geschrieben. Die könnt ihr hier lesen.
Ein Hinweis zuvor: – Ich verwende in der Rede den Begriff „CIMND*“. Das steht für chronisch krank, Krüppel, psychisch krank, Verrückt bzw. Mad, neurodivergent, T*taub, behindert und von Ableismus betroffen. – Die CNs, also Inhaltshinweise, für die Rede sind: Ableismus und Queer/LGBTQIANP+feindlichkeit im Gesundheitssystem, fehlende Therapie- und andere Plätze, gefährliche Medikamentenverschreibungen, fehlende Unterstützung, Geldsorgen, Suizidalität
Ich sage kurz in Einfacher Sprache, worüber ich gleich spreche. Ich warte sehr lange auf Hilfe. Zum Beispiel Hilfe von Ärzt*innen. Ich bekomme keinen Termin. Viele nehmen keine neuen Personen auf. Manchmal sind die Ärzt*innen auch zu weit weg. Ich wohne auf dem Land. Ich habe nicht immer ein Auto. Dann komme ich oft nicht da hin. Und ich habe Depressionen und Migräne. Die Krankheiten kommen plötzlich. Oder werden plötzlich schlimmer. Das macht es beides auch schwer, zu Terminen zu gehen.
Ich weiß aber nicht immer rechtzeitig, ob ich zu einem Termin hingehen kann. Wenn ich nicht rechtzeitig absage, muss ich viel Geld zahlen.
Ich muss Medikamente nehmen. Sie haben oft schwere Nebenwirkungen. Sie helfen mir kaum. Manchmal bekomme ich sogar gefährliche Kombinationen. Kein Mensch sagt mir: Das ist gefährlich. Das oder das könnte auch gehen.
Ärzt*innen und andere Personen glauben mir oft nicht. Sie sagen: Das hast du nicht. Dann zeigt sich: Doch, ich habe es. Und ich höre immer wieder: Da kann ich nichts tun.
Ich werde oft falsch angesprochen. Mit falscher Anrede. Und falschen Pronomen. Oder mit falschem Namen. Menschen respektieren mich nicht. Das verletzt mich. Es macht meine Depression schlimmer.
Ich werde von Ämtern hin und her geschickt. Ich weiß nicht, wie es weitergeht. Ich habe Angst vor der Zukunft. Wenn ich daran denke, werde ich verzweifelt.
Ich fühle mich oft allein und hilflos. Ich versuche, alles zu verdrängen. Aber es klappt nicht gut.
Ich wünsche mir Veränderung. Schon lange. Ich hoffe weiter, dass sich etwas ändert.
Jetzt kommt die Rede in Schwerer Sprache.
Tage, Monate, Jahre.
Tage, Monate, Jahre warte ich auf einen Termin, warte ich darauf einen Platz auf einer Warteliste zu bekommen. Aber ich krieg keinen. Die Listen sind zu – auf Monate, auf Jahre. Die wenigen Plätze eh weit weg. Ohne Auto oder stets verfügbares Auto und mit Depression, Migräne und dahingehend ähnlich hilfreichen Gegebenheiten in meinem Leben, wird jeder Termin zur Hürde. Wenn eins denn mal das große Glück hat oder hätte, einen Platz zu bekommen. Gerade, wenn eins auch noch bezahlen soll, wenn ein Termin nicht eingehalten werden kann – egal ob das an einer Migräneattacke oder was anderem liegt, dann scheint mir die Hürde fast unüberwindbar. Alle Plätze mit solchen Regelungen fallen prinzipiell auch noch weg aus dem winzigen Strauß an verfügbaren Plätzen. Weil ich nicht 48h vorher schon absagen kann, weil Depression, Migräne und andere Erkranungen leider nicht vorher ankündigen, wann sie an die Tür klopfen oder mit der Tür ins Haus fallen. Wir merken also: Ihr müsst „gesund“ genug sein, um ärztliche Betreuung haben zu können – oder genug Geld. Wenn beides fehlt, heißt’s halt Pech gehabt.
Tage, Monate, Jahre nehme ich Medikamente, mit für mich schlimmen Nebenwirken, die mehr Leid verursachen, als dass sie helfen. Und keins erwähnt Alternativen. Tage, Monate, Jahre nehme ich Medikamente, deren Kombi gefährlich – sogar tödlich – sein kann. Und keins sagt mir das. Fast wird mit eine zu hohe Dosis von einem Medikament verschrieben, weil die Ärztin vergessen hat, was sie mir zuvor bereits verschrieben hatte. Aber hey, das kann ja mal passieren I guess. /s
Tage, Monate, Jahre höre ich: „Ja, aber das hast du nicht.“ oder „Das ist viel zu selten.“. Und dann hab ich es doch. Oder es wird nach einem kurzen Blick ins Internet und was Erkrankung xy bedeutet direkt behauptet, das sei ja nicht möglich, dass ich das hab. Während es zu meinen Symptomen heißt: „Da kann ich leider nichts machen.“ Aber ich soll trotzdem alles halbe Jahr kommen um mir das gleiche wieder anzuhören.
Tage, Monate, Jahre darf ich mich Misgendern und Deadnamen lassen. /s Ertrage ich Queer/LGBTQIANP+feindlichkeit – in Praxen, in Ämtern, so ziemlich überall. Und darf mir dann anhören: „Das musst du halt aushalten.“ Immer wieder schön, wenn die, die dir eigentlich helfen sollen, deine Depression und deine Suizidalität verschlimmern. /s
Tage, Monate, Jahre weiß ich nicht wie es weiter gehen soll. Weil ich vom Arbeitsamt zum Sozialamt zum Jobcenter und wieder im Kreis geschickt wurde. Ohne Ergebnis. Nur Ungewissheit bleibt. Und die Angst vor der Zukunft, wenn das Ersparte endgültig aufgebraucht ist. Was ist dann? – Ich weiß es nicht. Ich versuche nicht daran zu denken, denn wenn ich das tu, ist da nur Verzweiflung und suizidale Gedanken schleichen sich ein und beißen sich fest.
Tage, Monate, Jahre fühle ich mich hilflos und allein gelassen und weiß nicht weiter. Tage, Monate, Jahre lerne ich Verdrängen. Aber richtig verdrängen klappt hier nicht – nur an den Rand schieben und sich so gut es geht ablenken. Tage, Monate, Jahre wird es so weiter gehen. Tage, Monate, Jahre wünsche ich mir Veränderung. Tage, Monate, Jahre sehe ich keine. Auch nicht, wenn einmal im Jahr CIMND* Thema in mainstreamigen Medien ist.
Tage, Monate, Jahre hoffe ich trotzdem, dass sich endlich etwas ändert.
Im Herbst holen wir den Teil von unserer Demonstration nach, den wir im Juli ausfallen lassen mussten: Wir laufen mit Plakaten und Bannern durch die Stadt. Wir sind sichtbar.
Es geht um 15:30 auf dem Kaiserplatz los. Von da aus gehen wir folgende Route ab:
Kaiserplatz – Maximilianstraße – Poststraße – Münsterplatz Mauspfad – Fürstenstraße – Am Hof – Am Neutor – Am Hofgarten – Adenauerallee B9 – Franziskanerstraße – Stockenstraße – Bischofsplatz – Marktplatz
Mit dabei sind Rikschas von Radeln ohne Alter. Es wird nicht viel geredet. Es geht mehr darum, dass wir durch die Innenstadt laufen, humpeln und rollen.
Oben links ist das Logo der Disability und Mad Pride Bonn. Das Logo sieht so aus: Der Hintergrund ist blau-grau. Davor ist die Disability Pride Fahne. Sie besteht aus schrägen Streifen in den Farben: grau, rot, gelb, weiß, blau, grün, grau. Auf dem Logo steht: Disability und Mad Pride Bonn. Und Pride ist im Fingeralphabet buchstabiert. Oben links ist das lachende Gesicht von der Mad Pride Fahne. Oben rechts ist die neurodivergente Schleife, also eine liegende bunte 8.
Oben rechts ist ein QR-Code. Der führt zur Website. Dabei steht: Website: disability-pride-bonn.de Instagram: @disability.pride.bonn Facebook / YouTube: Disability und Mad Pride Bonn
Auf dem Plakat steht: Samstag, 04. Oktober 2025 15:30 Uhr Lauf-Demonstration Start: Kaiserplatz, Bonn Ziel: Marktplatz, Bonn
Unten rechts ist das Logo vom AStA der Universität Bonn. Der Text ist weiß und der Hintergrund rot.
Unser E-Book ist jetzt auch da!!!! Books on Demand hat aus dem Buch ein E-Book gemacht.
Das ist richtig cool. Für uns ist es am besten, wenn Ihr es direkt bei Books on Demand kauft. Dann bekommen wir am meisten Geld. Ihr könnt es aber auch anderswo kaufen, wo es E-Books gibt.
Wir arbeiten noch daran, ob wir ein Hörbuch hinbekommen.
Bildbeschreibung: Der Hintergrund ist orange. Davor ist ein E-Book mit dem Cover vom Buch „Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir!“ von Koi Katha Delfin Blaeser und Lena Cornelissen zu sehen. Daneben steht: Jetzt auch als E-Book im Handel. Darunter steht: E-Book Preis: 7,49€ ISBN: 9783819270840 Ihr könnt uns helfen, wenn ihr es bei Books on Demand selbst kauft. Daneben ist ein Panda mit Sparks. Also Sternchen. Es sind viele Sparks und orangene Girlanden zu sehen.
Fragt in Buchhandlungen und Büchereien nach, ob sie unser Buch anschaffen wollen. Damit Menschen es überall direkt leihen und kaufen können. Ihr könnt auch gleichstellungs-beauftragten Personen schreiben. Manchmal kaufen sie Bücher für Büchereien.
Wir brauchen Sanitäter*innen und Ordner *innen. Und Hilfe beim Auf- und Abbau. Und Leute, die mit uns an den Infoständen sitzen. Und Stühle. Ihr könnt uns auch bei Poesie to go helfen.
Wir suchen: Eine geschlechts-neutrale Toilette in der Nähe vom Frankenbadplatz in Bonn. Das sind Toiletten für alle Personen. Wir kennen leider keine. Wir brauchen aber für unsere Demo eine.
Wenn Ihr uns irgendwie helfen könnt, schreibt uns gerne.
Dieser Text steht auf den Bildern:
~ Sanitäter*innen Ihr seid gut in Erster Hilfe und bei unserer Veranstaltung dabei? Wir suchen Menschen, die schnell helfen können, wenn es Menschen vor Ort (körperlich) nicht gut geht. Schreibt uns gerne.
~ Hilfe beim Aufbau und beim Abbau Ihr könnt schon früher kommen und beim Aufbau helfen? Also vor 13 Uhr. Ihr könnt länger bleiben und beim Abbau helfen? Also nach 18 Uhr. Es gibt ganz verschiedene Aufgaben. Manchmal geht es darum, schwer zu tragen. Ihr helft aber auch, indem Ihr auf die Sachen aufpasst, während Menschen Dinge hin- und hertragen.
~ Stühle Ihr habt (Klapp-)Stühle und könnt diese mitbringen? Dann schreibt uns gerne.
~ Ordner*innen Als Ordner*innen achtet Ihr mit darauf, dass die Veranstaltung gut läuft. Zum Beispiel, dass Rettungswege frei bleiben. Oder dass sich die Menschen gut verteilen. Schreibt uns gerne, wenn Ihr da helfen könnt.
~ Poesie to Go Wir werden wieder eine Box mit Poesie to Go haben. In der Box sind Zettel mit Text drauf. Das können Gedichte sein. Oder Aussagen. Die ziehen andere Personen dann und lesen sie. Und können sie auch mitnehmen. Wenn Ihr selbst Ableismus erlebt, schickt uns gerne kurze Texte oder Gedichte. Dann drucken wir es aus. Dann ist es am 12. Juli dabei. Andere Menschen können es dann lesen.
Wir haben neue Sticker. Wir wollen noch mehr besorgen. Was meint Ihr?
Sticker 1: Wir orientieren uns am Sticker „Nett hier. Aber kennen Sie Baden-Württemberg“ Wir machen daraus vor gelbem Hintergrund: Nett hier. Aber geht es auch barrierefrei? Darunter steht: Disability und Mad Pride Bonn Und unser Instagram-Account ist verlinkt.
Sticker 2: Spoonie Pride Fahne: Dunkelblau, blau, hellblau, weiß, schwarz, weiß, hellblau, blau, dunkelblau Davor zu sehen ist ein Löffel, auf dem steht: Chronisch krank und chronisch genervt von Ableismus
Die Ideen für die beiden Posts kommen von @lynn.markert
Sticker 3: Behindert und Wütend F*ck Ableismus Disability und Mad Pride Bonn Zu sehen ist die Bad Disabled Pride Fahne: Lila, grau, braun, weiß, blasses grün, blasses blau und lila (von oben nach unten gestreift)
Sticker 4: Disability und Mad Pride Bonn 12. Juli 2025 15 Uhr Kundgebung Frankenbadplatz Im Hintergrund die Disability/ CIMND* Pride Fahne von Koi Katha und Lena: dunkelllila, hellllila, türkis, blau, weiß, gelb, rot, orange, braun, schwarz. Der Hintergrund ist grau. Zu sehen ist die Neurodivergenz-Schleife, eine bunte liegende 8. Und die Gebärde für „I love you“