Rede beim Dyke* March Köln 2026

Am 5. Juli 2026 war Dyke* March in Köln.

Der Dyke* March ist eine Demonstration.
March ist Englisch und heißt Marsch.
Marsch heißt: Viele Leute gehen zusammen.
Dyke* ist ein Label.
Ein Label ist ein Wort, mit dem Menschen sich selbst beschreiben.
Hier steht mehr dazu: https://disability-pride-bonn.de/behindert-und-verrueckt-jetzt-reden-wir-online-glossar#label
Dyke* können zum Beispiel diese Personen als Label nehmen:

  • Frauen, die Anziehung zu Frauen fühlen
  • Weibliche Personen, die Anziehung zu Frauen oder weiblichen Personen fühlen
  • Personen, die Anziehung zu mehr als einem Geschlecht fühlen
  • Personen, die keine Anziehung fühlen
  • Personen, die queer/LGBTQIANP+ sind

Hier steht, was queer/LGBTQIANP+ heißt: https://disability-pride-bonn.de/behindert-und-verrueckt-jetzt-reden-wir-online-glossar#queer

Es sind Personen und Schilder zu sehen. Die Personen sind verschwommen zu sehen. Auf einem Schild steht: The history of pride is rooted in resistance against police violence. Das ist Englisch und heißt etwa: Der Ursprung von Pride Veranstaltungen liegt im Widerstand gegen Polizeigewalt. Auf einem anderen Schild steht: You can't pray away the gay. Das ist Englisch und heißt etwa: Ihr könnt Gay-sein, also Queer-sein, nicht wegbeten. Auf einem anderen Schild steht: Girls like Girls like boys do! Das ist Englisch und heißt etwa: Mädchen mögen Mädchen genauso wie Jungs das tun! Auf einem Schild steht: Shade never made anybody less gay. Das ist Englisch und heißt etwa: Beleidigungen oder Angriffe haben noch nie jemensch weniger gay oder queer gemacht.
Die Bildbeschreibung ist weiter unten.

Lee und Koi waren da.
Sie haben auch eine Rede gehalten.
Die Rede ist in Schwerem Deutsch.
Die Leute vom Dyke March haben die Rede auf Englisch übersetzt.
Das findet ihr hier: https://www.dykemarchcologne.de/

Jetzt kommt die Rede:

Hallo!

wir sind CIMND*, also von Ableismus betroffen, und a*spec – unsere Körper, unser Erleben passen selten zu den Erwartungen, die diese Gesellschaft an uns stellt.
Vielleicht kurz die Erklärung, wofür CIMND* steht: Für die Anfangsbuchstaben der englischen Begriffe für chronisch krank, Krüppel, „psychisch krank“, Verrückt / Mad, neurodivergent, behindert, T*taub und am Ende ein * für von Ableismus betroffen.
Bei A*spec denken viele an Asexualität, vielleicht noch an Aromantik, aber es steht für alle A*-Spektren, für das anattractional spectrum. Also das Spektrum von nicht oder kaum oder nicht immer oder nicht normativ erlebten Anziehungen. Dazu gehören z.B. asensuell, aplatonisch, anästhetisch, aromantisch, asexuell und viele weitere A*-Spektren. Es gibt viele verschiedene Anziehungsarten und entsprechend viele A*-Spektren.

Wir sagen heute hier:
Unsere Körper sind keine Probleme, die gelöst werden müssen.
Unser Empfinden ist nicht falsch und muss nicht geheilt werden.
Die Anziehungen, die wir erleben oder auch nicht, sind nicht weniger oder weniger wert als romantische oder sexuelle Anziehung. Manche von uns lieben, andere nicht. Manche von uns begehren, andere nicht. Manche wollen Beziehungen, andere nicht.
Wir nutzen ähnliche Label, aber was das für jedey von uns heißt, ist so individuell wie es Personen von uns gibt. Und wir und unser Erleben, unsere Erfahrungen gehören beim Dyke* March und bei anderen Veranstaltungen der queeren/LGBTQIANP+ Community dazu.
Wir queeren Normen.
Wir queeren misogyne Normvorstellungen.
Wir gehören dazu.
A*specs können Dykes* sein.
Das sehen viele anders.
Aber wir lassen uns nicht in der Unsichtbarkeit gefangen halten.

A*spec und CIMND* Personen sind oft nicht willkommen an queeren/LGBTQIANP+ Orten. Barrieren sind überall. Exklusionismus und Gatekeeping an der Tagesordnung.

Das Problem ist an der Stelle auch die Annahme, dass alle gleich funktionieren, gleich kommunizieren, gleich feiern, gleich empfinden und gleich leben.

Barrieren sind auch nicht nur Treppen, fehlende Rückzugsräume und laute Musik.
Es geht auch darum:
Wenn wir automatisch davon ausgehen, dass alle Menschen gerne Körperkontakt haben wollen würden.
Dass alle lieben würden.
Dass Liebe uns angeblich menschlich machen würde.
Dass love is love, alle einschließen würde.
Dass alle flirten wollen würden.
Dass alle Anziehung gleich erleben würden oder überhaupt.
Dass alle Beziehungen wollen würden.
Dass alle zwischenmenschliche Beziehungen brauchen würden.
Dass behinderte Menschen asexuell und aromantisch seien.
Dass alle Alkohol trinken könnten oder wollen würden.
Dass alle kommen könnten, ohne große Sorgen.
Dass alle gut oder überhaupt hören könnten.
Dass alle lächeln und höflich sein müssten.
Dass alle in Präsenz kommen könnten, wenn sie wollten.
Dass alle laut und sichtbar feiern könnten.

A*spec zu sein, heißt für alle Menschen etwas anderes. Es gibt z.B. aromantische asexuelle lesbische Personen, aromantische bisexuelle Personen, pansensuelle non-SAM Personen (also pansensuelle Personen, die das Konzept der verschiedenen Anziehungen nicht für sich verwenden), omniplatonische biromantische anästhetische Personen, Personen, die aus welchen Gründen auch immer a*spec Label für sich hilfreich finden. Und alles davon ist valide.

CIMND* zu sein, heißt für alle Menschen etwas anderes.

A*spec und CIMND* zu sein, heißt für alle Menschen etwas anderes.

[L.] Ich weiß nicht, ob ich mich als Dyke* sehe, aber ich bin generell in den letzten Jahren ziemlich lost. Für mich ist es schwierig, Menschen zu vertrauen und Nähe auszuhalten. Ich bin a*spec und traumatisiert. Aber nicht a*spec, weil ich traumatisiert bin. Ach ja, es ist einfach wirklich kompliziert.

[K.] Ich bin unter anderem pan*dox oriented aroace polarsensuellspike agenderfluxprox. Keine Sorge, ich hab noch mehr Label. Oh ne, warte ich glaub ich muss sagen: Keine Sorge, ich zähle nich alle auf.
Für mich heißt das kurz gesagt: Ich erlebe z.B. queerplatonische, alteröse und sensuelle Anziehung unabhängig vom Geschlecht. Ich bin aber meist touch-repulsed, also berührungs-abgestoßen, und erlebe sensuelle Anziehung nur selten. Romantische und sexuelle Anziehung kenne ich nicht. Mein agender-sein, mein Geschlecht, fluktuiert außerhalb der Binarität und lässt sich kaum vollständig fassen.
Ich teile misogyne Erfahrungen in diesem unterdrückenden patriarchalen Machtsystem, weil andere mich in ein binäres Konstrukt einordnen, in das ich nicht eingeordnet werden will und kann, und sie mich danach behandeln.
Aber ich finde mich selbst in vielen Spaces nicht wieder.
Ich bin immer unsicher, ob Leute wie ich willkommen sind oder dazugehören.
Weil wir so oft ausgeschlossen werden.
Ich sehe, dass bi+ Personen hier willkommen sind, dass bi+ Dykes* willkommen sind, aber ich frage mich dann, ob das nur Leute meint, die romantische und oder sexuelle Anziehung erleben.
Aber ich bin heute hier, weil ich glaube, dass sich viel getan hat.
Als ich vor Jahren herkommen wollte, bin ich auf diskriminierende Sprache gestoßen und fern geblieben.
Heute ist das anders, zumindest auf der Website des Dyke* March, aber die Unsicherheit bleibt.
Ich erzähle euch das, weil es schade ist, dass Personen Angst haben, in Spaces zu gehen, in denen sie eigentlich willkommen sein sollten.
Spaces, die nicht gatekeepen sollten, wer dazugehört und wer willkommen ist und wer nicht.

Wir sollten gerne herkommen können.
Besonders als Dyke* oder als Ally, wenn Allies willkommen sind.
Und wenn ich mich hier so umsehe – dann denke ich sind wir auf dem Weg dahin.
Ich bin nicht Dyke*, aber ich sehe eure Kämpfe und ich kämpfe mit euch.

Wir kämpfen gemeinsam mit euch gegen Zuschreibungen und konstruierte Normen.
Gegen das: „Du bist zu viel.“
Gegen das: „Du bist falsch“.
Gegen das: „Du passt nicht hierher“.
Ableismus und A*spec-feindlichkeit sind allgegenwärtig – aber werden oft nicht als solche erkannt und / oder beachtet. Das macht unser aller Kämpfe klein. Und es macht unsere Bewegung klein. Unseren gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung, gegen Machtkonstrukte und Fremdbestimmung.

Deshalb sollten wir uns immer fragen:
Wessen Erfahrungen werden übersehen?
Wer fehlt noch in unseren Vorstellungen von Queerness?
Wen halten wir unsichtbar?
Wen vergessen wir?
Wie schaffen wir Safe(r)spaces für alle von uns?
Wie können wir uns und uns gegenseitig empowern?

Wir wünschen uns eine Dyke*-Bewegung, in der CIMND*ige Dykes* und a*spec Dykes* nicht erst erklären müssen, warum sie dazugehören.

CIMND* Dykes* und A*spec Dykes* sind hier.
Sie waren immer hier.
Und sie gehören dazu.

Bildbeschreibungen

Beitragsbild:
Es sind Personen und ein Schild zu sehen. Die Personen sind alle verschwommen. Auf dem Schild steht: Dyke* joy is powerful! Stabile Dykes* teilen statt zu spalten! #nothing radical or feminist about transphobia. Das ist teils Englisch und heißt etwa: Dyke* Freude ist stark! Stabile Dykes* teilen statt zu spalten! #Nichts ist radikal oder feministisch an Trans*feindlichkeit.

Das zweite Bild:
Es sind Personen und Schilder zu sehen. Die Personen sind verschwommen zu sehen. Auf einem Schild steht: The history of pride is rooted in resistance against police violence. Das ist Englisch und heißt etwa: Der Ursprung von Pride Veranstaltungen liegt im Widerstand gegen Polizeigewalt. Auf einem anderen Schild steht: You can’t pray away the gay. Das ist Englisch und heißt etwa: Ihr könnt Gay-sein, also Queer-sein, nicht wegbeten. Auf einem anderen Schild steht: Girls like Girls like boys do! Das ist Englisch und heißt etwa: Mädchen mögen Mädchen genauso wie Jungs das tun! Auf einem Schild steht: Shade never made anybody less gay. Das ist Englisch und heißt etwa: Beleidigungen oder Angriffe haben noch nie jemensch weniger gay oder queer gemacht.

Wir haben wieder CIMND* Fahnen für euch

Wir haben neue CIMND* Fahnen da.
Diesmal haben wir 2 Größen.

  • klein:
    Die sind 100 mal 60 cm groß.
    Dafür ist unsere Spenden-empfehlung: 15€.
  • groß:
    Die sind 150 mal 100 cm groß.
    Dafür ist unsere Spenden-empfehlung: 28€.

Ihr könnt die Fahnen in Bonn bekommen.
Zum Beispiel bei unseren Veranstaltungen.
Wir verschicken sie auch.

Ihr möchtet eine Fahne?
Schreibt uns eine E-Mail.
An disability.pride.bonn@outlook.de
Oder schreibt uns auf Instagram: @disability.pride.bonn

Das Foto zeigt eine CIMND* Pride Fahne.
Das Foto zeigt eine CIMND* Pride Fahne.

Die CIMND* Pride Fahne haben Koi und Lee designt.
Der Hintergrund ist grau.
Es gibt 10 schiefe Streifen.
Die gehen von links oben nach rechts unten.
Die Streifen haben die Farben: lila, pink, grün, blau, weiß, gelb, rot, orange, braun und schwarz.
Die Farben bedeuten:

  • grau: in Gedenken an die Verstorbenen und vom System getöteten behinderten Menschen
    Schwere Sprache: Erinnerung an behinderte Menschen, die durch aktive ableistische Gewalt, durch Rebellion, durch Vernachlässigung oder durch Suizid ihr Leben verloren haben.
  • pink: Queere / LGBTQIANP+ Menschen
  • pink und lila: Mad
  • lila: Neurodivergente Menschen
  • grün: Menschen mit sensorischer Behinderung
  • blau: Menschen mit psychischen Erkrankungen und oder Psychiatrie-Erfahrung
  • weiß: Menschen mit nicht-sichtbarer Behinderung und oder nicht anerkannter Behinderung
  • gelb: Menschen mit Lernschwierigkeiten / „geistiger Behinderung“
  • rot: Menschen mit körperlicher Behinderung
  • orange: Chronisch kranke Menschen
  • braun und schwarz: BIPoC*


Informationen zu der Fahne gibt es auch hier:

Wir haben auch noch viel mehr.
Zum Beispiel: Sticker, Buttons, Bücher und T-Shirts.
Ihr findet alles hier:

19. Mai 2026 | Lesung bei den „Diversity Days“ an der Uni Bonn

Am 18. und 19. Mai 2026 sind ist eine Veranstaltung an der Universität Bonn.
Die heißt: Diversity Days.
Auf Deutsch heißt das etwa: Diversitäts Tage.
Es geht da um Vielfalt.
Das Thema ist dieses Jahr: Neurodivergenz im Hochschulkontext.
Hochschulkontext heißt es geht zum Beispiel um Universitäten.
Und zum Beispiel, wie es ist als neurodivergente Person zu studieren.

Wir machen da eine Lesung.
Die ist am 19. Mai.
Wir starten um 15:30 Uhr.
Um 17:00 Uhr sind wir dann fertig.
Wir lesen aus unserem Buch: Behindert & Verrückt – Jetzt reden Wir!
Wir erzählen auch etwas über die Disability und Mad Pride Bonn.
Und wir haben signierte Bücher dabei.
Und Sticker und noch mehr.
Das könnt ihr da von uns bekommen.

Wo ist die Lesung?
An der Universität Bonn.
Adresse: Poststraße 26, 53111 Bonn, Raum P26

Das ist die Website zu den Diversity Days:
https://www.chancengerechtigkeit.uni-bonn.de/de/aktuelles/diversity-days-2026/workshops-und-lesung

Wir freuen uns auf euch!

Möchtet ihr signierte Bücher haben?

Der Hintergrund ist hellblau.
Oben hält ein Arm mit Prothese einen weißen Zettel.
Darauf steht: Behindert & Verrückt - Jetzt reden Wir!
Rechts daneben ist ein Stapel der Bücher zu sehen.
Auf dem Bild sind auch 2 Fotos von signierten Büchern.
Text:
Lee und Koi haben vorne in die Bücher etwas reingeschrieben und gemalt.
Möchtet ihr ein Buch mit Signatur haben?
Dann meldet euch bei uns.

So sehen die Signaturen aus:
Auf dem ersten Foto sieht die Signatur so aus:
Koi hat den Fisch Koi mit Kugelschreiber gemalt.
Der Fisch hat Flecken.
Vor dem Fisch sind Luftblasen.
In dreien davon sind die Buchstaben von Koi's Namen drin.
Lee hat mit Buntstift geschrieben.
Da steht: Ableismus zerstören.
Die Buchstaben haben verschiedene Muster.
Sie sind mit hellblau und rosa gemalt.
Die Buchstaben L, E und E sind mit Kugelschreiber geschrieben.
Also Lee's Name.
Auf dem zweiten Foto sieht die Signatur so aus:
Koi hat mit Kugelschreiber einen Koi mit Punkten gemalt.
In den Flossen sind die Buchstaben K, O und I drin gemalt.
Lee hat mit rosa und hellblauem Buntstift eine Neurodivergenz-schleife gemalt.
Also eine liegende Acht.
Darin steht links: Für uns.
Rechts steht: Lee.
Lee hat auch einen kleinen Löffel gemalt.
Und das Grinsen aus der Mad Pride Fahne.

Lee und Koi haben ganz viele Bücher signiert.
Das heißt: Sie haben vorne etwas reingeschrieben und gemalt.
Das sieht in jedem Buch anders aus.

2 Beispiele dafür:

Auf dem Bild sind links zwei Fotos von signierten Büchern.
Auf dem ersten Foto sieht die Signatur so aus:
Koi hat den Fisch Koi mit Kugelschreiber gemalt.
Der Fisch hat Flecken.
Vor dem Fisch sind Luftblasen.
In dreien davon sind die Buchstaben von Koi’s Namen drin.
Lee hat mit Buntstift geschrieben.
Da steht: Ableismus zerstören.
Die Buchstaben haben verschiedene Muster.
Sie sind mit hellblau und rosa gemalt.
Die Buchstaben L, E und E sind mit Kugelschreiber geschrieben.
Also Lee’s Name.
Auf dem zweiten Foto sieht die Signatur so aus:
Koi hat mit Kugelschreiber einen Koi mit Punkten gemalt.
In den Flossen sind die Buchstaben K, O und I drin gemalt.
Lee hat mit rosa und hellblauem Buntstift eine Neurodivergenz-schleife gemalt.
Also eine liegende Acht.
Darin steht links: Für uns.
Rechts steht: Lee.
Lee hat auch einen kleinen Löffel gemalt.
Und das Grinsen aus der Mad Pride Fahne.

Möchtet ihr ein signiertes Buch haben?
Dann meldet euch gerne bei uns.

Möchtet ihr mehr über das Buch wissen?
Dann klickt auf diesen Link:

Vielleicht möchtet ihr auch noch was anderes von uns haben?
Zum Beispiel Sticker oder Buttons?
Dann klickt auf diesen Link:

Demonstration 11.07.2026

Merkt Euch schon mal den Tag!
Unsere nächste große Demonstration soll am 11. Juli stattfinden.
Wir wollen, dass sie wieder auf dem Frankenbadplatz stattfindet.
Und wir dann durch die Innenstadt laufen.
So haben wir es angemeldet.

Unser Plan:

Um 13 Uhr starten wir mit Infoständen von Bündnispartner*innen auf dem Frankenbadplatz.
Gegen 15 Uhr halten behinderte, chronisch kranke, psychisch kranke, Verrückte, neurodivergente und T*taube Menschen Reden.
Hier gibt es eine Dolmetschung für Deutsche Lautsprache und Gebärdensprache.
Alle Reden werden auch in Einfacher Sprache vorgetragen.
Und um 17 Uhr machen wir noch eine Demonstration. Wir laufen dann zum Marktplatz.

Wir kämpfen laut und leise gegen Ableismus und für unsere Rechte!
Ob behindert oder nicht, Ihr seid herzlich eingeladen.

Die nächsten Informationen kommen bald.
Wir freuen uns, wenn viele von Euch kommen.

Bild: Foto von der Demonstration am 4.10.25
Wir sehen, wie Menschen mit Bannern vor dem alten Rathaus in Bonn stehen.
Auf einem Banner steht: Disability und Mad Pride Bonn

Vor dem Foto steht:
Wir machen wieder eine Demonstration.
Disability und Mad Pride Bonn 
11. Juli 2026
(Die Schrift ist auf einem fahnenähnlichen Hintergrund, in lila und gelb)

Bild: Foto von der Demonstration am 4.10.25
Wir sehen, wie Menschen mit Bannern vor dem alten Rathaus in Bonn stehen.
Auf einem Banner steht: Disability und Mad Pride Bonn

Vor dem Foto steht:
Wir machen wieder eine Demonstration.
Disability und Mad Pride Bonn
11. Juli 2026
(Die Schrift ist auf einem fahnenähnlichen Hintergrund, in lila und gelb)

Rede bei Behinderten Kundgebung in Essen

Am 07.12.2025 hat die Anti Ableistische Aktion Ruhr eine Kundgebung gemacht.
Das war in Essen.
Die Kundgebung war zum internationalen Tag der Behinderung.
Dafür hat Koi eine Rede geschrieben.
Die könnt ihr hier lesen.

Ein Hinweis zuvor:
– Ich verwende in der Rede den Begriff „CIMND*“. Das steht für chronisch krank, Krüppel, psychisch krank, Verrückt bzw. Mad, neurodivergent, T*taub, behindert und von Ableismus betroffen.
– Die CNs, also Inhaltshinweise, für die Rede sind: Ableismus und Queer/LGBTQIANP+feindlichkeit im Gesundheitssystem, fehlende Therapie- und andere Plätze, gefährliche Medikamentenverschreibungen, fehlende Unterstützung, Geldsorgen, Suizidalität

Ich sage kurz in Einfacher Sprache, worüber ich gleich spreche.
Ich warte sehr lange auf Hilfe.
Zum Beispiel Hilfe von Ärzt*innen.
Ich bekomme keinen Termin.
Viele nehmen keine neuen Personen auf.
Manchmal sind die Ärzt*innen auch zu weit weg.
Ich wohne auf dem Land.
Ich habe nicht immer ein Auto.
Dann komme ich oft nicht da hin.
Und ich habe Depressionen und Migräne.
Die Krankheiten kommen plötzlich.
Oder werden plötzlich schlimmer.
Das macht es beides auch schwer, zu Terminen zu gehen.

Ich weiß aber nicht immer rechtzeitig, ob ich zu einem Termin hingehen kann.
Wenn ich nicht rechtzeitig absage, muss ich viel Geld zahlen.

Ich muss Medikamente nehmen.
Sie haben oft schwere Nebenwirkungen.
Sie helfen mir kaum.
Manchmal bekomme ich sogar gefährliche Kombinationen.
Kein Mensch sagt mir:
Das ist gefährlich.
Das oder das könnte auch gehen.

Ärzt*innen und andere Personen glauben mir oft nicht.
Sie sagen: Das hast du nicht.
Dann zeigt sich: Doch, ich habe es.
Und ich höre immer wieder: Da kann ich nichts tun.

Ich werde oft falsch angesprochen.
Mit falscher Anrede.
Und falschen Pronomen.
Oder mit falschem Namen.
Menschen respektieren mich nicht.
Das verletzt mich.
Es macht meine Depression schlimmer.

Ich werde von Ämtern hin und her geschickt.
Ich weiß nicht, wie es weitergeht.
Ich habe Angst vor der Zukunft.
Wenn ich daran denke, werde ich verzweifelt.

Ich fühle mich oft allein und hilflos.
Ich versuche, alles zu verdrängen.
Aber es klappt nicht gut.

Ich wünsche mir Veränderung.
Schon lange.
Ich hoffe weiter, dass sich etwas ändert.

Jetzt kommt die Rede in Schwerer Sprache.

Tage, Monate, Jahre.

Tage, Monate, Jahre warte ich auf einen Termin, warte ich darauf einen Platz auf einer Warteliste zu bekommen.
Aber ich krieg keinen.
Die Listen sind zu – auf Monate, auf Jahre.
Die wenigen Plätze eh weit weg.
Ohne Auto oder stets verfügbares Auto und mit Depression, Migräne und dahingehend ähnlich hilfreichen Gegebenheiten in meinem Leben, wird jeder Termin zur Hürde. Wenn eins denn mal das große Glück hat oder hätte, einen Platz zu bekommen.
Gerade, wenn eins auch noch bezahlen soll, wenn ein Termin nicht eingehalten werden kann – egal ob das an einer Migräneattacke oder was anderem liegt, dann scheint mir die Hürde fast unüberwindbar. Alle Plätze mit solchen Regelungen fallen prinzipiell auch noch weg aus dem winzigen Strauß an verfügbaren Plätzen. Weil ich nicht 48h vorher schon absagen kann, weil Depression, Migräne und andere Erkranungen leider nicht vorher ankündigen, wann sie an die Tür klopfen oder mit der Tür ins Haus fallen.
Wir merken also: Ihr müsst „gesund“ genug sein, um ärztliche Betreuung haben zu können – oder genug Geld. Wenn beides fehlt, heißt’s halt Pech gehabt.

Tage, Monate, Jahre nehme ich Medikamente, mit für mich schlimmen Nebenwirken, die mehr Leid verursachen, als dass sie helfen.
Und keins erwähnt Alternativen.
Tage, Monate, Jahre nehme ich Medikamente, deren Kombi gefährlich – sogar tödlich – sein kann.
Und keins sagt mir das.
Fast wird mit eine zu hohe Dosis von einem Medikament verschrieben, weil die Ärztin vergessen hat, was sie mir zuvor bereits verschrieben hatte.
Aber hey, das kann ja mal passieren I guess. /s

Tage, Monate, Jahre höre ich: „Ja, aber das hast du nicht.“ oder „Das ist viel zu selten.“.
Und dann hab ich es doch.
Oder es wird nach einem kurzen Blick ins Internet und was Erkrankung xy bedeutet direkt behauptet, das sei ja nicht möglich, dass ich das hab. Während es zu meinen Symptomen heißt: „Da kann ich leider nichts machen.“ Aber ich soll trotzdem alles halbe Jahr kommen um mir das gleiche wieder anzuhören.

Tage, Monate, Jahre darf ich mich Misgendern und Deadnamen lassen. /s Ertrage ich Queer/LGBTQIANP+feindlichkeit – in Praxen, in Ämtern, so ziemlich überall. Und darf mir dann anhören: „Das musst du halt aushalten.“
Immer wieder schön, wenn die, die dir eigentlich helfen sollen, deine Depression und deine Suizidalität verschlimmern. /s

Tage, Monate, Jahre weiß ich nicht wie es weiter gehen soll.
Weil ich vom Arbeitsamt zum Sozialamt zum Jobcenter und wieder im Kreis geschickt wurde. Ohne Ergebnis. Nur Ungewissheit bleibt. Und die Angst vor der Zukunft, wenn das Ersparte endgültig aufgebraucht ist.
Was ist dann? – Ich weiß es nicht.
Ich versuche nicht daran zu denken, denn wenn ich das tu, ist da nur Verzweiflung und suizidale Gedanken schleichen sich ein und beißen sich fest.

Tage, Monate, Jahre fühle ich mich hilflos und allein gelassen und weiß nicht weiter.
Tage, Monate, Jahre lerne ich Verdrängen. Aber richtig verdrängen klappt hier nicht – nur an den Rand schieben und sich so gut es geht ablenken.
Tage, Monate, Jahre wird es so weiter gehen.
Tage, Monate, Jahre wünsche ich mir Veränderung.
Tage, Monate, Jahre sehe ich keine.
Auch nicht, wenn einmal im Jahr CIMND* Thema in mainstreamigen Medien ist.

Tage, Monate, Jahre hoffe ich trotzdem, dass sich endlich etwas ändert.

/s heißt: Sarkasmus

Unser Buch: Jetzt auch als e-book im Handel

Unser E-Book ist jetzt auch da!!!!
Books on Demand hat aus dem Buch ein E-Book gemacht.

Das ist richtig cool.
Für uns ist es am besten, wenn Ihr es direkt bei Books on Demand kauft.
Dann bekommen wir am meisten Geld.
Ihr könnt es aber auch anderswo kaufen, wo es E-Books gibt.

Wir arbeiten noch daran, ob wir ein Hörbuch hinbekommen.

Bildbeschreibung:
Der Hintergrund ist orange.
Davor ist ein E-Book mit dem Cover vom Buch „Behindert und Verrückt – Jetzt reden Wir!“ von Koi Katha Delfin Blaeser und Lena Cornelissen zu sehen.
Daneben steht: Jetzt auch als E-Book im Handel.
Darunter steht:
E-Book
Preis: 7,49€
ISBN: 9783819270840
Ihr könnt uns helfen, wenn ihr es bei Books on Demand selbst kauft.
Daneben ist ein Panda mit Sparks. Also Sternchen.
Es sind viele Sparks und orangene Girlanden zu sehen.

Neue Sticker: Nett hier. Aber…

Wir haben neue Sticker.
Wir wollen noch mehr besorgen.
Was meint Ihr?

Wir orientieren uns am Sticker "Nett hier. Aber kennen Sie Baden-Württemberg"
Wir machen daraus vor gelbem Hintergrund:
Nett hier.
Aber geht es auch barrierefrei?
Darunter steht: Disability und Mad Pride Bonn
Und unser Instagram-Account ist verlinkt.

Sticker 1:
Wir orientieren uns am Sticker „Nett hier. Aber kennen Sie Baden-Württemberg“
Wir machen daraus vor gelbem Hintergrund:
Nett hier.
Aber geht es auch barrierefrei?
Darunter steht: Disability und Mad Pride Bonn
Und unser Instagram-Account ist verlinkt.

Spoonie Pride Fahne: Dunkelblau, blau, hellblau, weiß, schwarz, weiß, hellblau, blau, dunkelblau
Davor zu sehen ist ein Löffel, auf dem steht:
Chronisch krank und chronisch genervt von Ableismus

Sticker 2:
Spoonie Pride Fahne: Dunkelblau, blau, hellblau, weiß, schwarz, weiß, hellblau, blau, dunkelblau
Davor zu sehen ist ein Löffel, auf dem steht:
Chronisch krank und chronisch genervt von Ableismus

Die Ideen für die beiden Posts kommen von @lynn.markert

Behindert und Wütend
F*ck Ableismus
Disability und Mad Pride Bonn
Zu sehen ist die Bad Disabled Pride Fahne:
Lila, grau, braun, weiß, blasses grün, blasses blau und lila (von oben nach unten gestreift)

Sticker 3:
Behindert und Wütend
F*ck Ableismus
Disability und Mad Pride Bonn
Zu sehen ist die Bad Disabled Pride Fahne:
Lila, grau, braun, weiß, blasses grün, blasses blau und lila (von oben nach unten gestreift)

Disability und Mad Pride Bonn
12. Juli 2025 15 Uhr Kundgebung
Frankenbadplatz
Im Hintergrund die Disability/ CIMND* Pride Fahne von Koi Katha und Lena: dunkelllila, hellllila, türkis, blau, weiß, gelb, rot, orange, braun, schwarz. Der Hintergrund ist grau. Zu sehen ist die Neurodivergenz-Schleife, eine bunte liegende 8. Und die Gebärde für "I love you"

Sticker 4:
Disability und Mad Pride Bonn
12. Juli 2025 15 Uhr Kundgebung
Frankenbadplatz
Im Hintergrund die Disability/ CIMND* Pride Fahne von Koi Katha und Lena: dunkelllila, hellllila, türkis, blau, weiß, gelb, rot, orange, braun, schwarz. Der Hintergrund ist grau. Zu sehen ist die Neurodivergenz-Schleife, eine bunte liegende 8. Und die Gebärde für „I love you“

Ich bin müde.

Solveïg: Ich bin müde.

Lee, Barbara und Solveïg haben Reden für die Kundgebung von @recherchegruppetira zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von behinderten Menschen gehalten.

Wir haben alle 3 Reden in Einfache Sprache übersetzt und wollen die mit Euch teilen.

Lees Rede: https://disability-pride-bonn.de/wofuer-ich-kaempfe

Barbaras Rede: https://disability-pride-bonn.de/15-jahre-werkstatt

Solveïg hat auch eine Rede für die Demonstration geschrieben.
Wir teilen Solveïgs Rede in Einfacher Sprache.

Danke für die Organisation.
Danke an alle, die am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von behinderten Menschen, laut und leise was gegen Ableismus gemacht haben.

Rede auf Sharepics:

Rede als Text:

Ich möchte etwas über das Leben von vielen behinderten Menschen sagen. 
Und zwar über behinderte Menschen, die studieren. 
Diese Menschen haben oft Probleme. 
Ich kenne viele behinderte Menschen mit diesen Problemen. 
Aber ich weiß auch: Andere behinderte Menschen haben andere Probleme.
Ich arbeite an der Universität. 
Ich rede mit behinderten Student*innen, die Hilfe brauchen. 
Ich versuche ihnen zu helfen. 
Nach den Gesprächen bin ich oft wütend.
Oder sehr traurig.

Am Anfang erzählen mir die Student*innen viel.
Sie reden über ihr Studium.
Und darüber, was sie jeden Tag machen.
Und über ihre Behinderung.
Und über ihre Probleme. 
Und über die Hilfe, die sie schon bekommen.
Oder darüber, was sie gemacht haben, um Hilfe zu bekommen.
Das ist oft sehr schwierig.
Oft bekommen die Menschen auch keine Hilfe.
Andere sagen ihnen oft:
Du bist faul.
Oder: Du willst zu viel haben.
Sie müssen immer viel erklären.
Das ist sehr anstrengend für sie.
Das kenne ich alles auch von mir.
Viele behinderte Student*innen sind sehr erschöpft.
Ich fühle, wie erschöpft sie sind. 
Dann fühle ich mich selbst noch erschöpfter.
Warum sind wir so erschöpft und müde?
Es gibt viele Barrieren. 
Deshalb können wir vieles nicht machen.
Oder es ist deutlich schwerer, etwas zu machen.
Die Dinge verbessern sich nur langsam.
Das ist auch hart. 
Wir müssen oft die gleiche sagen.
Weil andere uns immer das gleiche fragen.
Und uns nicht glauben, was wir sagen.
Auch deshalb sind wie so erschöpft. 
Manchmal wollen wir nicht mehr leben.
Wir machen zu viel.
Damit geht es unserem Körper nicht gut.
Wir wissen, dass es zu viel ist.
Die Gesellschaft sagt:
Eure Körper sind kaputt.
Und hässlich. 
Ihr seid faul.
Wir brauchen Euch nicht. 
Es ist schwer für uns, nett zu uns selbst zu sein.
Es ist schwer für uns, unsere Körper zu lieben.
Das liegt auch an der Gesellschaft. 
Wir brauchen Geld zum Einkaufen. 
Wir wollen Essen kaufen, das gut für unseren Körper ist. 
Wir brauchen Zeit und Kraft zum Kochen.
Wir haben oft dieses Geld, diese Zeit und Kraft nicht.
Bewegung und Sport sind manchmal gut für unseren Körper.
Wir sind aber oft zu müde dafür.
Es gibt Sport•Kurse.
Die kosten aber oft viel Geld.
Oder sind nicht barriere•frei.
Oder zu weit weg.
Oder wir haben kein Geld dafür.
Es gibt auch Bewegung und Sport, für die wir nichts zahlen müssen. 
Zum Beispiel spazieren gehen.
Dafür haben wir oft keine Zeit. 
Weil wir Geld brauchen und arbeiten gehen müssen.
Oder weil wir uns ausruhen müssen.

Wir können nur schwer lang genug schlafen. Oder gut schlafen. 
Weil wir viele andere Dinge machen müssen.
Behinderte Menschen müssen oft länger schlafen, damit es ihnen gut geht.
Andere Menschen sagen:
Ihr schlaft zu lang. 
Ihr schlaft am Tag.
Das ist schlecht.
Das stimmt nicht.
Aber manchmal glauben wir es selbst.
Wir schaffen vieles nicht.
Das macht uns fertig.
Wir merken: Unsere Körper sind sehr müde. 
Aber wir müssen trotzdem weitermachen. 

Ich möchte gerne am Ende sagen:
Das brauchen wir.
Aber was brauche ich denn?
Ich möchte gerne weniger wütend sein müssen.
Und weniger traurig.
Und weniger erschöpft.

Wofür ich kämpfe

Wofür ich kämpfe – Lenas Rede zum 5. Mai in Einfacher Sprache

Lena C., Barbara und Solveïg haben Reden für die Kundgebung von @recherchegruppetira zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von behinderten Menschen gehalten.

Wir haben alle 3 Reden in Einfache Sprache übersetzt und wollen die mit Euch teilen.

Es geht los mit Lenas Rede.

Solveïgs Rede: https://disability-pride-bonn.de/ich-bin-muede

Barbaras Rede: https://disability-pride-bonn.de/15-jahre-werkstatt

Vielen Dank an Vanessa und die TIRA Recherchegruppe für die Organisation der Veranstaltung am 5. Mai 2025.

Rede auf Sharepics:

Rede als Text:

Ich bin Lena von der Disability und Mad Pride Bonn.

Ich möchte die Befreiung von allen Menschen.
Mit Befreiung meine ich:
Kein Mensch soll Diskriminierung erleben.
Wir sollen von der Diskriminierung befreit werden.

Andere sagen oft:
Wir machen erst etwas gegen diese Diskriminierung.
Dann gegen die nächste.
Dann gegen die nächste.
Ich sage:
Wir wollen nicht warten.
Wir sollen etwas gegen jede Diskriminierung machen.

Privilegien sind Vorteile, die Menschen einfach haben, ohne etwas dafür zu machen.
Weiße Menschen haben zum Beispiel Privilegien.
Nicht-behinderte Menschen auch.
Menschen mit Privilegien erleben oft auch Diskriminierung.
Wenn sie zum Beispiel weiß sind, aber eben auch behindert.
Dann erleben sie Diskriminierung, weil sie behindert sind.
Es ist gut, wenn es behinderten Menschen mit mehr Privilegien besser geht.
Wenn sie mehr machen können.
Wenn sie zum Beispiel Chef*in werden können.
Aber dafür sollten wir nicht vor allem kämpfen.
Wir sollten vor allem etwas für behinderte Menschen ohne viele Privilegien machen.
Das sind Menschen, die besonders viel Diskriminierung erleben.

Andere vergessen oft behinderte Menschen, wenn sie etwas machen.
Sie vergessen uns, wenn sie über etwas sprechen.
Sie sprechen zum Beispiel über Gewalt durch die Polizei.
Sie sagen aber nicht, dass sehr viele behinderte und psychisch kranke Menschen Gewalt durch die Polizei erleben.
Viele Menschen werden von der Polizei getötet.
Die meisten davon sind psychisch krank oder nehmen Drogen.
Darüber reden andere aber nicht.

Ich nenne noch ein Beispiel:
Andere fordern Barriere•freiheit.
Das ist gut.
Aber sie meinen damit oft nur Rampen und Aufzüge.
Barriere•freiheit ist aber viel mehr.

Andere sagen uns:
Macht mehr gegen Diskriminierung.
Sonst ändert sich nichts.
Dann seid Ihr selbst Schuld, dass sich nichts ändert.

Das stimmt nicht.
Wir machen viel gegen Diskriminierung.
Gegen Ableismus.
Also die Diskriminierung, die wir erleben, weil wir behindert sind.
Wir sind laut.
Wir sind nicht immer lieb und nett.
Das müssen wir auch nicht sein.

Es geht uns oft schlecht damit.
Wir machen zu viel.
Ich frage mich manchmal:
Warum mache ich so viel?
Wie schaffe ich das?
Ich schaffe das, weil es Menschen gibt, die mit mir kämpfen.
Das sind

  • behinderte
  • chronisch kranke
  • psychisch kranke
  • Verrückte
  • neuro•divergente
  • T*taube Menschen. Das sind oft Freund*innen.
    Wir helfen uns gegenseitig.
    Deshalb mache ich weiter.

Wenn Ihr noch mehr machen könnt und wollt:
Am 12. Juli ist unsere Veranstaltung.
Unsere Disability und Mad Pride.
Es geht um 13 Uhr auf dem Frankenbadplatz los.
Wir freuen uns, wenn wir viele sind.